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Ungarn vor der Wahl am Sonntag

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Kurz vor der Parlamentswahl in Ungarn am Sonntag scheint wieder einmal ein Wahlsieg für Viktor Orbán sicher.

Die Umfragen zeigen für seine Partei Fidesz einen großen Vorsprung vor allen anderen Parteien in einer zersplitterten Opposition.

Allerdings sehen die Meinungsforscher neue Möglichkeiten, weil viele Wähler inzwischen unzufrieden sind mit Orbán.

Würden sie für Kandidaten stimmen, die sie normalerweise nicht unterstützen, nur um Orbán zu schaden, könnte die Wahl anders ausgehen.

Der Politikforscher Bulcsú Hunyadi sagt auch, wirtschaftlich gehe es vielen Leuten schlechter. Es gebe mehr Armut, die Lebensumstände seien schwieriger geworden, und das Wichtigste sei: Sie hätten keine Aussicht auf ein besseres Leben.

Allerdings steigert die Gespaltenheit der Opposition Orbáns Chancen.

Die Umfragen sprechen eine deutliche Sprache: Das Institut Republikon, das am Dienstag neue Daten veröffentlichte, sieht Fidesz bei einem Stimmenanteil von 41 Prozent.

Abgeschlagen folgen die rechtsradikale Jobbik-Partei mit 21 und die sozialdemokratische MSZP mit 19 Prozent.

Das ungarische Wahlrecht begünstigt die relativ stärkste politische Kraft - in diesem Fall Fidesz. 106 der 199 Parlamentsmandate werden in Einzelwahlkreisen vergeben.

Eine relative Stimmenmehrheit im ersten Wahlgang reicht dort schon, um das jeweilige Direktmandat zu erringen. Stichwahlen gibt es nicht.

Die Orbán-Partei darf deshalb auf eine absolute Mandatsmehrheit hoffen - wenn auch diesmal nicht auf eine Zweidrittelmehrheit wie noch (ganz knapp, und später ging sie verloren) beim letzten Mal 2014.