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Ungarn: Oppositionszeitung "Magyar Nemzet" macht dicht

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Ungarn: Oppositionszeitung "Magyar Nemzet" macht dicht

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Die ungarische Traditionszeitung "Magyar Nemzet" ist am Ende.

80 Jahre nach seiner Gründung macht das konservative Blatt nun dicht.

Auch die Onlineversion wird eingestellt.

Grund sind laut dem Verlag Finanzierungsschwierigkeiten.

"Magyar Nemzet" war die letzte überregionale Zeitung mit regierungskritischer Ausrichtung.

Vor anderthalb Jahren war die linke Zeitung "Nepszabadsag" geschlossen und dann an einen Orban-Vertrauten verkauft worden.

Die Zeitung gehört dem Oligarchen Lajos Simicska. Früher war er ein enger Vertrauter Orbans und wichtiger Geldgeber von dessen Partei Fidesz.

Simicska profitierte von dieser Partnerschaft.

Dann zerstritten sich beide, und Simicska brachte sein Blatt auf einen orbankritischen Kurs. Zudem äußerte er fortan Sympathien für die rechtnationalistische Partei Jobbik.

Orban selbst sagte zur Einstellung nur, man beschäftige sich nicht mit geschäftlichen Dingen, das sei Sache der Eigentümer.

Die Einstellung traf die Mitarbeiter völlig überraschend. Eine Vorwarnung gab es nicht.

Man fühle sich wie nach einem Terroranschlag, so der stellvertretende Chefredakteur György Zsombor.

Immerhin, ein wenig Hoffnung gibt es.

Der Grünen-Politiker Peter Ungar (26) ließ wissen, er sei an einem Kauf des Blattes interessiert. Er habe viel Geld geerbt und trage nun eine Verantwortung, sagte er.

Allerdings: Das Erbe, von dem er "Magyar Nemzet" kaufen würde, teilt er sich mit seiner Mutter. Und die ist Orban-Anhängerin.