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Gaia: High Noon für die Astrophysik

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Gaia: High Noon für die Astrophysik

Gaia: High Noon für die Astrophysik
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High Noon für Weltall-Forscher: der zweite Katalog mit 1,7 Milliarden Objekten, die die Sonde Gaia aufgenommen hat, ist veröffentlicht worden. Gaia ist eine Weltraumsonde der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Alle Daten sind in einer großen Datenbank für die Allgemeinheit zugänglich. Am Observatorium in Paris wurde der Katalog Wissenschaftlern und Interessierten vorgestellt.

Jeremy Wilks von Euronews sagt: "Für Wissenschaftler hier am Observatorium in Paris und anderswo in Europa, die mit Informationen von Gaia arbeiten, kann die Arbeit beginnen. Sie haben jetzt neue und unglaublich genaue Informationen über Milliarden Sterne. Das gibt ihnen die Möglichkeit, eventuell die Geschichte der Milchstraße gar neu zu schreiben, aber auf jeden Fall Neues über unsere Galaxie herauszufinden. Mit diesen Informationen können sie jetzt erstmal die nächsten Jahrzehnte arbeiten."

François Mignard: Das hatten wir noch nie.

Astrophysiker François Mignard war einer der Gründungsväter der Gaia-Mission.

Er erklärt: "Zusammengefasst gesagt ist die Quantität, die uns da geliefert wurde, fantastisch. Quantität, das heißt einfach, die Zahl der Objekte, die Gaia gemessen hat, fast zwei Milliarden, also 1,7 Milliarden. Das hatten wir noch nie. Und die Bilder sind von einer nie dagewesenen Qualität. Gaia ist wirklich unglaublich. Das wird uns soviel über die Milchstraße sagen wie nie zuvor, und überhaupt über das gesamte Universum."

Neben der genauen dreidimensionalen Position jedes Objekts wird durch wiederholte Beobachtung auch dessen Bewegungsrichtung bestimmt. Sterne unserer Milchstraße werden astrometrisch, photometrisch und spektroskopisch mit unerreichter Genauigkeit kartographisch erfasst.

Die Gaia-Mission ist noch lange nicht vorbei. Alle zwei Jahre sollen wieder neue Kataloge mit Informationen vorgelegt werden, die Gaia sendet.

Gaia ist seit Dezember 2013 im All.

Der Name Gaia war ein Akronym für "Globales Astrometrisches Interferometer für die Astrophysik". Er ist außerdem eine Anlehnung an die Erdmuttergöttin Gaia der griechischen Mythologie.