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"Cumhuriyet"-Mitarbeiter verurteilt, aber auf freiem Fuß

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"Cumhuriyet"-Mitarbeiter verurteilt, aber auf freiem Fuß

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"Cumhuriyet"-Herausgeber Akin Atalay ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Er war das letzte Mitglied der türkischen Tageszeitung, das noch in Haft saß. Gestern waren führende Mitarbeiter der Zeitung wegen Unterstützung von Terrororganisationen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Unterstützer der Zeitung wie der Investigativjournalist Ahmet Şık, der selbst zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, und der Oppositionspolitiker Sezgin Tanrıkulu warteten vor dem Gericht:

Meinung

"Sie nahmen uns als Geiseln und wollten "Cumhuriyet" als Pfand."

Akin Atalay "Cumhuriyet"-Herausgeber

"Sie nahmen uns als Geiseln und wollten "Cumhuriyet" als Pfand. Weil sie wussten, dass man diese Tageszeitung nicht kaufen kann, wollten sie "Cumhuriyet" als Gegenleistung für die Geiseln nehmen. Aber sie bekommen sie nicht meine Freunde! Außerdem werden unsere Freunde ihnen zeigen, wie Journalismus funktioniert: Es gibt Hunderte Journalisten, Akademiker, Studenten, Beamte, Anwälte und viele andere Menschen in Gefängnissen. Sich für ihre Freiheit einzusetzen, ist jedermanns Pflicht", sagte Atalay.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig, die Verurteilten wollen in Berufung gehen. Die niederländische Europa-Abgeordnete und Türkei-Beauftragte des Europaparlaments Kati Piri kommentierte die Gerichtsentscheidung per Twitter: "Keine Spur von Gerechtigkeit im 'Cumhuriyet'-Urteil. 15 Journalisten und Mitarbeiter der ältesten türkischen Zeitung wegen lächerlichen Terroranschuldigungen verurteilt. #Journalismus ist kein Verbrechen":