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Kritik an Kreuzen in bayrischen Behörden

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Kritik an Kreuzen in bayrischen Behörden

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Mit seiner Aktion, im Eigangsbereich der Staatskanzlei in München ein Kreuz aufzuhängen, hat der bayrische Ministerpräsident Markus Söder für Aufsehen gesorgt. Seine Pläne, in den Behörden in ganz Bayern Kreuze aufzuhängen, wird von vielen als Wahlkampagne gesehen - er wird dafür heftig kritisiert.

Studenten der Universität Regensburg haben gegen die Entscheidung der Landesregierung eine Online-Petition namens "Kein #Kreuzzwang in öffentlichen Institutionen!" gestartet. Am Freitagmittag hatten rund 35.000 Menschen unterschrieben.

"Universitäten sind säkulare Orte, sie sollten weltanschaulich neutral sein", erklärt der Studentische Sprecher der Universität, Tarek Carls.

Auch Kritik der Kirchen

Kritik an den Kreuz-Plänen gibt es auch aus christlichen Kreisen. Gläubige und Kirchenvertreter äußerten sich bereits skeptisch bis empört.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend Bayern und die Evangelische Jugend Bayern schrieben in einem gemeinsamen offenen Brief an die bayerische Regierung: "Als junge Christinnen und Christen sind wir persönlich schockiert und betroffen". Das Kreuz als "Ursymbol des Christentums" werde instrumentalisiert und als Ausgrenzungssymbol missbraucht. Die Verbände erwähnen in ihrem Brief eine politisch-nationale Vereinnahmung.

Vorwürfe gegen den Ministerpräsidenten, die auch von politischen Vertretern im bayrischen Landtag vorgebracht werden.

Katharina Schulze, von der Fraktion der Grünen, sagte: "Sie fördern nicht Zusammenhalt und Toleranz, sondern schaffen Zwietracht und Grenzen. Wenn Sie etwas gegen den Werteverfall in unserer Gesellschaft tun wollen, dann unterlassen Sie diesen gefährlichen Unsinn."

CSU kontert

Söder, der das Kreuz neben der religiösen Symbolik auch als Teil der bayrischen Identität sieht, weist die Kritik zurück.

Auch die CSU kontert: Generalsekretär Markus Blume bezeichnet die Kritiker als eine "unheilige Allianz von Religionsfeinden und Selbstverleugnern", so die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).