Eilmeldung

Eilmeldung

In Berlin verschwundener Vietnamese zieht Berufung zurück

Sie lesen gerade:

In Berlin verschwundener Vietnamese zieht Berufung zurück

grab from sujet
Schriftgrösse Aa Aa

Unmittelbar vor Beginn seines Berufungsprozesses in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi hat ein mutmaßlich in Berlin entführter ehemailiger Geschäftsmann seinen Einspruch zurückgezogen. Der 52-jährige ehemailge Funktionär der kommunistischen Partei war vor Kurzem in Hanoi wegen Korruption und Misswirtschaft zu zwei Mal lebenslanger Haft verurteilt worden.

Nach Gerichtsangaben machte Trinh Xuan Thanh gesundheitliche Gründe für den Schritt geltend. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, man habe keine näheren Erkenntnisse zu dem Vorgang. Deutschland stehe aber nach wie vor in Kontakt mit der vietnamesischen Seite. Dort sei bekannt, was passieren müsse, um die Beziehungen zu normalisieren. Das bilaterale Verhältnis ist durch die möglicherweise gewaltsam erzwungene Ausreise des Mannnes, die auf unbekanntem Weg erfolgte, agespannt.

Die deutsche Bundesregierung ist überzeugt, daß der Vietnamese im vergangenen Sommer aus Berlin, wo er sich um Asyl bemüht hatte, entführt wurde. Vietnam behauptet, dass der Ex-Funktionär freiwillig zurückgekehrt sei. Diplomatuische Vermittlungsversuche zwischen Berlin und Hanoi blieben Medien zufolge ergebnislos.

In dem Fall steht ein 47-jähriger Vietnamese in Berlin wegen geheimdienstlicher Agentätigkeit und Beighilfe zur Freiheitsberaubung vor Gericht. Er soll das Auto gefahren haben, mit dem der Vietnamese aus Berlin-Tiergarten verschleppt wurde. Die Hintermänner des Verdäctigen sind unbekannt.