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Nemzow-Park sorgt für Ärger mit Russland

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Nemzow-Park sorgt für Ärger mit Russland

Eine Demonstration mit Nemzow-Plakaten
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Reuters/Archiv
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Als Russlands Botschaft in Litauens Hauptstadt Vilnius vorfährt, steht ihm der Ärger förmlich ins Gesicht geschrieben. Hintergrund: In Vilnius soll ein Park nach Boris Nemzow, dem ermordeten Kremlkritiker, benannt werden. Für Russland "eine Demonstration kümmerlicher Demagogie". Damit "äffe" Litauen die US-Stadt Washington nach, die einen Platz nach Nemzow benannt hatte.

Eine Kritik, auf die man in Litauen wiederum empfindlich reagiert. Russland mische sich damit in nationale Belange ein, heißt es. Ein Parlamentsmitglied schrieb auf Facebook, der russische Botschafter denke wohl, Litauen vorschreiben zu können, wie Straßen und Plätze benannt würden.

"Zeichen des Respekts"

Vilnius Bürgermeister sagte, die Umbenennung sei ein Zeichen des Respekts für die gesamte russische Demokratiebewegung. Auch Litauens Außenminister begrüßte die Entscheidung, genau wie die nach Boris Nemzow benannte Stiftung.

"Das ist ein sehr wichtiges Signal an den Kreml, dass man zwar einen Menschen töten kann, aber nicht die Erinnerung - die Werte und Prinzipien, für die dieser Mensch stand“, sagte Wladimir Kara-Mursa von der Boris-Nemzow-Stiftung. "Es ist wichtig, der russischen Zivilgesellschaft und den russischen Demokraten zu zeigen, dass wir nicht vergessen, was sie tun."

Putin-Kritiker wurde erschossen

Nemzow war 2015 in Moskau nachts auf einer Brücke unweit des Roten Platzes erschossen worden. Der Oppositionsführer und frühere Vizeregierungschef war einer der prominentesten Kritiker von Präsident Wladimir Putin. Als Täter wurden 2017 fünf Tschetschenen zu langen Haftstrafen verurteilt. Nemzows Familie kritisiert aber, dass die Hintergründe der Tat nach wie vor ungeklärt seien.

In Washington war Anfang des Jahres der Platz, an dem die russische Botschaft steht, nach ihm benannt worden.