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Analyse: Warum Dublin 3 nicht funktioniert

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Analyse: Warum Dublin 3 nicht funktioniert

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Dublin 3 heißt die aktuelle Regelung, nach der ein Flüchtling Asyl beantragen muss, wenn er oder sie europäischen Boden betritt. Der Asylantrag muss im Ankunftsland gestellt werden, und man muss im Ankunftsland bleiben, bis das Asylverfahren abgeschlossen ist.

Der Politologe Stefan DeVries erklärt die Probleme, die unter anderem durch die Reisefreiheit in der EU entstehen.

Es ist sehr einfach innerhalb Europas zu reisen, theoretisch gibt es keine Grenzkontrollen mehr. Viele Menschen kommen in Südeuropa, Italien und Griechenland an, reisen in den Norden und bleiben dort. Eigentlich müssten die Niederlande, Deutschland oder Skandinavien sie nach Italien oder Griechenland zurückschicken. Aber Italien und Griechenland haben Außengrenzen der EU, sie sind überproportional belastet. Alle sind sich einig, dass das nicht mehr funktioniert, dass eine Überarbeitung des Systems notwendig ist, aber die Frage ist, wie. Es gibt so viele unterschiedliche Meinungen zu dieser Krise, es ist sehr schwer, eine Einigung zu finden, und die sehe ich auch nicht nächste Woche auf dem Europäischen Gipfel.

Ende Juni findet der nächste EU - Gipfel statt. Fast zwei Jahrzehnte kämpft die EU schon um eine Regulierung des Asylverfahrens. Laut De Vries gibt es aber ein Paradox:

Das Europäische Asylbehörde in Malta hat neue Statistiken über ankommende Migranten veröffentlicht - ihre Zahl ist gesunken, um 44% gegenüber dem Vorjahr. Es wird viel über kommende Flüchtlinge geredet, in Wirklichkeit geht die Zahl der ankommenden Flüchtlinge aber stark zurück.