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Velika Kladuša: Nadelöhr auf Balkanroute

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Velika Kladuša: Nadelöhr auf Balkanroute

Velika Kladuša: Nadelöhr auf Balkanroute
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Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa kommen, stehen aktuell vor allem im Zentrum der Aufmerksamkeit. Weitgehend unbeachtet ist die sogenannte Balkanroute über die Türkei und Südosteuropa in die EU.

Die Zahl der Migranten, die diesen Weg wählen steigt. Ein besonderer Brennpunkt ist Velika Kladuša, im Nordwesten von Bosnien und Herzegowina an der kroatischen Grenze. Laut UNHCR warten dort derzeit etwa tausend Menschen auf die Weiterreise gen Norden. Die Grenzen sind dicht. Der Ort völlig überfordert.

"Öffnet einfach die Türen" sagt ein junger Mann aus Marokko. "Wir wollen nach Italien, Frankreich, Deutschland. Wir wollen nicht nach Slowenien oder Kroatien und dort bleiben. Bitte Frau Merkel, öffnen Sie Grenze, wir können es nicht!"

Noch im Winter hatte die Gemeinde den Neuankömmlingen ihre Türen geöffnet. Doch der Strom reißt nicht ab, die Solidarität mit den Geflüchteten schwindet. Zu viele Menschen kampieren hier unter freiem Himmel.

Es kommt immer häufiger zu Reibereien, sagt eine Anwohnerin. "Die Menschen sind verzweifelt. Besonders seit der Nacht, in der es eine tödliche Messerattake gab. Wir haben Angst."

Jorgen Samso, euronews: "Alle Blicke sind auf den Brüsseler Gipfel über die Migrationskrise im Mittelmeer gerichtet. Hier in Velika Kladusa in Bosnien fühlen sich die Menschen verlassen, während der Strom auf der Balkanroute weiter anschwillt. Die kleine Stadt ist zu einer Sackgasse geworden, in der die Menschen auf der Reise nach Kroation und Slowenien feststecken. Die Frustration und Spannungen steigen spürbar."