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#MeTooFoot: Sexuelle Belästigung nach WM-Sieg

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#MeTooFoot: Sexuelle Belästigung nach WM-Sieg

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Nach dem Sieg der französischen Nationalelf ist es offenbar zu zahlreichen sexuellen Belästigungen gekommen. Seit Sonntag häufen sich Berichte von Frauen in den sozialen Netzwerken, die beim Public Viewing, in Fan-Zonen oder bei Jubelfeiern gegen ihren Willen geküsst und begrapscht wurden - oft mit der Erklärung, als Weltmeister sei so etwas erlaubt.

Mittlerweile hat sich im Internet der Hashtag #metoofoot etabliert, eine Anspielung auf die #metoo-Debatte. Nicht nur Betroffene berichten von ihren Erlebnissen. Auch Zeugen sexueller Übergriffe schreiben unter dem Hashtag #metoofoot was sie gesehen haben.

Eine junge Frau, die in Nantes das WM-Finale beim Public Viewing verfolgte, berichtet was ihr in der Fanzone widerfuhr. "Ich schaute mit Freunden das Spiel, als ein Mann hinter mir sein Geschlecht herausholte und an meinem Schenkel rieb, um zu masturbieren. Als ich das merkte, habe ich sofort reagiert."

Alice sprach die anwesenden Polizisten an - mit dem Hinweis, dass sie den Mann identifizieren könne - doch deren Reaktion war erschütternd.

"Sie sagten mir, dass sie nur für terroristische Vorfälle zuständig seien. Danach bin ich nach Hause gegangen, habe geduscht. An dem Abend war mir nicht mehr zum Feiern zumute .

Der Pariser Polizeichef hat inzwischen in einem Radiointerview dazu aufgerufen, die Fälle zu melden, um ermitteln zu können. Identifizierte Aggressoren würden ausnahmslos verfolgt. Auch Marlene Schiappa, die französische Staatssekretärin für Gleichstellung, machte ähnliche klare Aufforderungen an Betroffene.