Großbritannien, Frankreich und Deutschland verurteilen Ausbau des iranischen Atomprogramms

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Von Julika Herzog  mit dpa, AP, AFP
Technische Arbeiten am Reaktor in Arak, Iran
Technische Arbeiten am Reaktor in Arak, Iran   -   Copyright  Atomic Energy Organization of Iran via AP

Großbritannien, Frankreich und Deutschland haben in einer gemeinsamen Erklärung den Ausbau des iranischen Atomprogramms verurteilt, es gebe dafür keine "keine zivile Begründung". Der Schritt berge ein "signifikantes Risiko" einer militärischen Nutzung von Atomtechnologie.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte am Dienstag in einem Bericht bestätigt, dass die Islamische Republik die Anreicherung von Uran erheblich ausweiten will. Sie habe damit begonnen habe, an einem zweiten Stan dort in der Untergrundanlage Fordo Uran mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent herzustellen. Zusätzlich zu diesem Schritt plane Teheran dort auch den «signifikanten Ausbau» von niedrig angereichertem Uran, sagte ein IAEA-Sprecher.

Bislang hatte der Iran schon eine Menge an 60-prozentigem Uran in einer Anlage in Natanz produziert. Schon dies würde theoretisch ausreichen, um es mit relativ geringem Aufwand in waffenfähiges Material für einen Atomsprengkopf weiterzuverarbeiten. Teheran bestreitet, solche Pläne zu verfolgen.

Die jüngsten Entwicklungen sind laut der iranischen Atomorganisation (AEOI) eine Reaktion auf eine Resolution des Gouverneursrats der IAEA von vergangener Woche, die Teheran als politisch motiviert verurteilt hatte. Das IAEA-Lenkungsgremium hatte darin dem Land mangelnde Transparenz in Bezug auf sein Atomprogramm vorgeworfen und indirekt mit der Einschaltung des UN-Sicherheitsrats gedroht.

Die Nachricht ist ein weiterer Rückschlag für die Hoffnungen auf eine Wiederbelebung des Wiener Atomabkommens mit dem Iran von 2015, das die Urananreicherung des Landes auf 4 Prozent begrenzt hatte. Nachdem die USA im Jahr 2018 aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen waren, hatte Teheran begonnen, die in dem als JCPOA bekannten Deal vereinbarten Beschränkungen zu brechen und IAEA-Kontrollen zu erschweren.