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EU-Umweltminister: Rückgriff auf mehr fossile Energie nur vorübergehend

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Von Stefan Grobe  & Meabh Mc Mahon
Das umstrittene Braunkohlerevier Garzweiler in Deutschland
Das umstrittene Braunkohlerevier Garzweiler in Deutschland   -   Copyright  Martin Meissner/copyright 2021 The AP   -  

Die Europäische Union bereitet sich auf die bevorstehende internationale Klimakonferenz COP27 vor. Am Montag trafen sich in Luxemburg die EU-Umweltminister, um sich auf eine Verhandlungsposition für Sharm-el-Sheikh zu einigen.

So soll die Verwendung fossiler Energieträger, die seit dem Krieg in der Ukraine zunimmt, die ehrgeizigen EU-Klimaziele nicht zunichte machen. Die spanische Ressortchefin Teresa Ribera sagte, die EU müsse kurzfristig flexibel bleiben. Die Nutzung von Kohle und Gas sei nur vorübergehend aus Gründen der Energiesicherheit.

Die einzige Schlussfolgerung aus dem Krieg in der Ukraine sei die, dass die Energiewende beschleunigt werden müsse, sagte Kommissions-Vizepräsident Frans Timmermans. Selbst wenn etwas mehr Kohle verbraucht werde, würden die Emissionen unter dem Strich reduziert werden - und zwar noch schneller als vorher.

Auf der COP26 in Glasgow 2021 einigten sich Länder darauf, ihre Nutzung von Kohle schrittweise einzustellen – sogar China und Indien. Aber seit dem Krieg in der Ukraine haben etwa Deutschland, Österreich, Italien und die Niederlande vorübergehende Maßnahmen zur Kohle-Nutzung angekündigt.

Beobachter befürchten indes einen Rückschritt sowie sehen das Fehlen von Netto-Null-Verpflichtungen in der Unternehmens- und Finanzwelt mit Sorge. Es sei offensichtlich eine schlechte Nachricht. Wenn man die Durchschnittstemperatur senken wolle, müssen man aufhören, Kohle und Öl zu verbrennen, sagte Laurent Babikian von der Organisation CDP, die Umweltauswirkungen verfolgt. Es werde dann ein größerer Aufwand nötig sein, um wieder die Kurve zu kriegen. Er hoffe, dass der Krieg zu einer beschleunigten Planung von erneuerbarer Energien führe.

Die COP27 wird auch die Einrichtung eines Fonds prüfen, um Ländern zu helfen, die vom Klimawandel betroffen sind – wie die Überschwemmungen in Pakistan, bei denen in diesem Jahr 1.700 Menschen ums Leben kamen.

Der Druck lastet bereits auf den Politikern - am vergangenen Wochenende waren in Brüssel Tausende auf die Straße gegangen.