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Wie sieht es innerhalb des Atomwaffenarsenals in Europa aus?

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Von Stefan Grobe  & Alice Tidey
Abschuss einer russischen ballistischen Rakete
Abschuss einer russischen ballistischen Rakete   -   Copyright  Russian Defense Ministry Press Service via AP   -  

Der Westen hat davor gewarnt, dass die nuklearen Drohungen von Wladimir Putin ernst genommen werden sollten, dass sie aber nicht mit NATO-Verbündeten in Verbindung gebracht werden, die nächsten Monat eine gemeinsame nukleare Abschreckungsübung durchführen werden.

Der russische Präsident hat erklärt, er sei bereit, „alle verfügbaren Mittel“ einzusetzen, um die russischen Gebiete zu schützen, einschließlich der vier Teile der Ukraine, die Anfang dieses Monats nach Scheinreferenden illegal annektiert wurden.

In Europa wird die Bedrohung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als „ernst“ eingestuft.

„Wir lassen uns nicht, wie bei allen seinen Zitaten, von dem erpressen, was er sagt. Wir haben eine ganz klare Haltung, wie wir vorgehen wollen“, betonte sie vergangene Woche.

Nach Angaben des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstitut (SIPRI) besitzt Russland knapp 6000 Atomsprengköpfe – die höchste Zahl der Welt. Damit stehen allerdings etwa 1500 Sprengköpfe vor ihrer Ausmusterung und Demontage.

Etwa 1600 sind im Einsatz, was bedeutet, dass sie auf Raketen platziert wurden oder sich auf Stützpunkten mit Einsatzkräften befinden.

In Europa sind Frankreich und Großbritannien die einzigen Länder mit Atomwaffen. Laut SIPRI verfügen sie zusammen über schätzungsweise 515 Atomsprengköpfe, von denen 400 stationiert sind.

Laut dem Center for Arms Control and Non-Proliferation haben die USA außerdem schätzungsweise 100 Atomsprengköpfe in ganz Europa auf Luftwaffenstützpunkten in Belgien, Deutschland, Italien, den Niederlanden und der Türkei gelagert. 

Diese gehören zu den 5.428 Atomsprengköpfen, die die USA besitzen, von denen 3.708 einsatzbereit sind und der Rest abgebaut werden soll.

Die NATO wird nächste Woche mit ihren einwöchigen gemeinsamen Übungen zur nuklearen Abschreckung "Steadfast Noon" fortfahren, trotz der russischen Drohungen mit Julianne Smith, der US-Botschafterin bei der NATO, die betont, dass "es keine Reaktion auf das ist, was in der Ukraine passiert".

„Nukleare Abschreckung ist ein Schlüsselelement der Verteidigungs- und Abschreckungsdoktrin der NATO. Daher führen die Verbündeten diese Art von Übungen regelmäßig durch.

„Das ist etwas, was die NATO tun würde, unabhängig davon, was vor Ort in der Ukraine passiert“, sagte sie gegenüber Euronews.