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Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch
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Für diese Ausgabe von Business Line reiste Rebecca Mc Laughlin-Eastham nach Dubai zur 7. World Government Summit. Business Line - das ist das monatliche Wirtschaftsprogramm von euronews mit Themen aus aller Welt.

7. World Government Summit in Dubai

Rebecca Mc Laughlin-Eastham, Euronews

Im Februar dieses Jahres kamen Geschäftsleute aus aller Welt zum 7. World Government Summit in Dubai. Unter anderem ging es um digitale Wirtschaft, künstliche Intelligenz und die Zukunft der Arbeit. Mit dabei war auch Musiker will.i.am, der seinen digitalen Assistenten Omega vorstellte.

Es gibt nur wenige Auszeichnungen, die der Musikproduzent will.i.am noch nicht erhalten hat. Grammy-Awards, Emmy-Awards und seine Singles schafften es regelmäßig weltweit auf Platz 1.

Wie viele erfolgreiche Prominente will er seinen Einfluss auch in der Geschäftswelt nutzen.

Omega - der neue persönliche Assistent mit künstlicher Intelligenz (KI)

„Künstliche Intelligenz hilft Menschen dabei, mit Daten umzugehen. Wir sind nicht Facebook, Google oder Amazon. Wir haben den Vorteil, neu anfangen zu können und unser Unternehmen so zu gestalten, wie wir wollen", sagte will.i.am, Gründer und Geschäftsführer von i.am+.

Seine Firma i.am+ hat sich mit dem in Dubai ansässigen Konzern Majid Al Futtaim zusammengeschlossen, um die persönliche Assistentin Omega zu produzieren.

„Wir haben eine Technologie erfunden, bei der es nicht darum geht, die Nutzerdaten zu Geld zu machen. Es geht wirklich darum, dass Menschen ein besseres Leben führen", sagte Alain Bejjani, Geschäftsführer Majid Al Futtaim.

Nach einem erfolgreichen Probelauf auf dem deutschsprachigen Markt, wurde Omega in Dubai auf Englisch und Arabisch eingeführt.

Will.i.am gab einen Überblick über die Entwicklung von Omega: „In den vergangenen Monaten haben wir uns darauf konzentriert, unserem System mehrere Dialekte der arabischen Sprache beizubringen. In der Zukunft wird es dann in der Lage sein, alle Dialekte in Arabisch zu verstehen und zu sprechen.“

Maschinelles Lernen ist die nächste Grenze, die mit künstlicher Intelligenz überschritten wird. Omega kann menschliche Kommunikation verstehen – so dass Sie nicht wie ein Roboter sprechen müssen.

Omega soll den Alltag erleichtern

Omega soll einige der alltäglichen Rituale vereinfachen und beispielsweise beim Abendessen helfen.

„Sagen wir, ich möchte heute Spaghetti machen. Dann sagt mir Omega, was ich dafür brauche. Diese Art von Einkaufserlebnis, wo es um Vernetzung und Dialog geht, das haben wir entwickelt", erörterte will.i.am.

Omega erleichtert den Nutzern das Einkaufen oder Kinokarten zu kaufen. Das ist ein Vorteil, den auch Majid Al Futtaim schätzt.

Der Konzern betreut globale Marken wie die Supermarktkette Carrefour oder die VOX-Kinos im Mittleren Osten und Nordafrika – wo Omega auch zuerst eingeführt wird.

Geräte mit künstlicher Intelligenz sind kurz davor, einige der banalsten Aufgaben aus unserem Alltag zu verbannen. Schon jetzt kann man erahnen, wie diese Technologie unser Leben in naher Zukunft verändern könnte.

DP World investiert in Afrikas Infrastruktur

Am Rande des Gipfels hat euronews auch mit dem Geschäftsführer des Hafenbetreibers DP World gesprochen. Sultan Ahmed bin Sulayem erzählte von den aktuellen Herausforderungen der Wirtschaft: Von der Verbesserung der Lieferkette in ganz Afrika bis zum amerikanisch-chinesischen Handelsstreit.

Bin Sulayem sieht Potenzial in Afrikas Wirtschaftsmarkt

DP World verfügt über ein riesiges Netzwerk von Häfen und Logistikzentren auf der ganzen Welt. Für den Vorsitzenden stehen Investitionen in die Infrastruktur auf dem gesamten afrikanischen Kontinent an erster Stelle für die Lieferkette. Und obwohl das manchmal herausfordernd sein kann, bietet Afrika einzigartige Möglichkeiten.

„Afrika ist ein wichtiger Markt. Deswegen investieren wir bereits in Afrika und werden das auch weiterhin tun.

Es könnte mehr Wachstum in Afrika geben. Es mangelt jedoch an Infrastruktur und Netzanbindungen.

Innerhalb Afrikas gibt es wenig Handel, obwohl es eigentlich mehr davon geben sollte. Aber die Länder handeln nicht miteinander aufgrund der Zölle und weil die Straßen zu schlecht sind und es an besseren Transportmethoden und Systemen mangelt", erklärte Sultan Ahmed bin Sulayem, der Vorsitzende und Geschäftsführer und DP World.

Zudem gab er einen Überlick über die bereits laufenden Projekte von DP World in Afrika: "Wir investieren in Berbera. Wir schauen auf Möglichkeiten in Äthiopien. Wir bauen im Kongo, in der Demokratischen Republik Kongo. Wir bauen und verbessern in Algerien beide Terminals. Wir haben einen riesigen, logistischen Industriepark in Ägypten. In Mali haben wir einen Trockenhafen, in Ruanda auch. Wir entwickeln uns also von einem reinen Hafenbetreiber zu einem Wegbereiter des Handels."

Amerikanisch-chinesischer Handelsstreit für DP World unerheblich

Vom anhaltenden Handelsstreit zwischen den USA und China zeigte sich der Chef von DP World unbeeindruckt.

„Trumps Erfolgsbilanz zeigt mir, dass er Abkommen abschließt. Niemand dachte, der Mexiko-Deal würde zustande kommen. Aber er kam! Und die Leute glaubten auch nicht an das Abkommen mit Kanada. Aber auch das wurde abgeschlossen.

Warum sollte es also mit China anders sein? Es wird passieren. Beide brauchen den Markt des anderen. Beide werden unterschreiben müssen. Trump will, dass der Freihandel Amerika fair behandelt und ein Abkommen zwischen diesen beiden Riesen wird das lösen", sagte Sultan Ahmed bin Sulayem.

Der Handelsstreit zwischen China und den USA dauert an

Die jüngsten Entwicklungen zwischen China und den USA geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus.

In Washington hat eine neue Runde von Handelsgesprächen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt begonnen.

Die vorangegangene Gesprächsrunde in Peking endete ohne ein Abkommen, aber sowohl China als auch die USA sagten, dass es Fortschritte gegeben habe.

„Die eigentliche Frage wird sein, ob wir die Zölle weiter erhöhen, weil sie automatisch auf 25 Prozent steigen sobald sie Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar versenden.

Ich weiß, dass China sich wünscht, dass es nicht geschieht. Also denke ich, dass sie versuchen werden, schnell zu sein.

Wir werden sehen, was passiert. Ich kann nur sagen, dass die Gespräche mit China sehr, sehr gut verlaufen sind. Unsere Wirtschaft ist sehr stark, es geht uns gut", sagte US-Präsident Donald Trump.

Die USA werfen China Diebstahl geistigen Eigentums und erzwungenen Technologietransfer von US-Unternehmen vor. China streitet die Vorwürfe ab.

Hoffnung auf ein Ende im Handelsstreit

Geng Shuang, der Sprecher des chinesischen Außenministers, sagte: "Wir hoffen, dass sowohl China als auch die USA Anstrengungen unternehmen, um das umzusetzen, was die beiden Staatschefs in Argentinien besprochen haben. Dass sie hart arbeiten und sich in der Mitte treffen, um eine Einigung zu erzielen, die von beiden Seiten akzeptiert wird. Um so den Erwartungen der internationalen Gemeinschaft zu entsprechen.“

Man ist gewillt, den Handelsstreit beizulegen.

Tim Stratford von der Amerikanische Handelskammer in China erklärte: „Natürlich wird die Weltwirtschaft davon profitieren, wenn es beiden Ländern gelingt, ihre Differenzen ohne Zölle oder andere Dinge, welche die normalen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen zwei Ländern stören, zu lösen.“

Analysten fordern die Verhandlungsführer dazu auf, sich auf Gemeinsamkeiten zu konzentrieren und auf eine Win-Win-Situation hinzuarbeiten. Die Auswirkungen von immer weiter steigenden Zöllen auf ihre Wirtschaftslage sind unklar. Aber keine der beiden Parteien hat vom Handelsstreit profitiert.