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Medizin der Zukunft bei der "Arab Health 2020"

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Medizin der Zukunft bei der "Arab Health 2020"
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Von der Prävention und Erkennung von Krankheiten bis hin zur Eindämmung von Epidemien wie dem Coronavirus: 55.000 Besucher aus 159 Ländern informieren sich über Themen wie diese auf der 45. Ausgabe der "Arab Health" in Dubai. Entdecken Sie mit euronews wie künstliche Intelligenz die herkömmliche Gesundheitsversorgung verändert - Der Einsatz modernster Technologie, um Leben zu retten. Thema dieser Sci-Tech-Ausgabe.

Der jüngste Ausbruch des Coronavirus hat gezeigt, dass unser globales Gesundheitssystem nur so stark ist wie sein schwächstes Glied. Um solche Epidemien einzudämmen braucht es mehr Verzahnung und Kommunikation zwischen Gesundheitseinrichtungen. Genau das ist das Thema der "Arab Health 2020".

Künstliche Intelligenz revolutioniert das Gesundheitswesen

Künstliche Intelligenz unterstützt medizinische Einrichtungen dabei, ihre Daten miteinander zu vernetzen, um in einer Krise schnell handeln zu können:

"Als Not- und Hausärzte stehen wir oft an vorderster Front", meint Dr. Jacques Kobersy, Lehrstuhl für Notfallmedizin am Cleveland Krankenhaus Abu Dhabi. "Ich gebe Ihnen ein Beispiel dafür, wie Technologie und KI bei Ausbrüchen helfen können, nicht nur beim Coronavirus, sondern auch bei der saisonalen Grippe. Wenn eine Organisation wie die WHO über einen neuen Virus alarmiert wird, unterstützt uns künstliche Intelligenz dabei, das Auftreten dieser ungewöhnlichen Symptome zu erkennen, lange bevor Ärzte und Gesundheitsbehörden es bemerken. Damit können wir solche Pandemien vielleicht einen Monat vor dem wirklichen Ausbruch untersuchen."

55.000 Besucher aus 159 Ländern informieren sich in Dubai über lebensverändernde und bahnbrechende Technologien, die das Gesundheitswesen, wie wir es kennen, verändern werden. Euronews stellt Ihnen einige davon vor.

Virtuelle Ärzte in selbstfahrenden Krankenwagen retten künftig Notfälle

In Zukunft sollen virtuelle Ärzte in selbstfahrenden Krankenwagen Notfallpatienten retten: "Wir nennen es den intelligenten Krankenwagen (Smart Ambulance)", erklärt Dr. Rashid Al Hashimi, Jugendratsmitglied des VAE-Gesundheitsministeriums (Mohap). "Hochrisiko-Patienten werden künftig Messinstrumente am Körper tragen. Sobald ein Notfall eintritt, werden diese Geräte alle wichtigen Daten an das System und das Krankenhaus senden. So kann der Arzt alle Daten überwachen und den Patienten 24 Stunden lang beobachten. In Zukunft wird es selbstfahrende Krankenwagen geben. Das Auto wird also direkt zum Patienten fahren. Während der Fahrt ins Krankenhaus werden alle Ampeln auf grün gestellt. In der Notfallambulanz wird es hochauflösende Kameras geben. Sie erkennen das Gesicht des Patienten und übermitteln den Rettungskräften alle wichtigen Daten, um den Patienten zu behandeln. Auf der Fahrt ins Krankenhaus kümmert sich ein "virtueller Arzt" um den Notfall."

Implantate überwachen Vitalfunktionen

Es gibt bereits Implantate, die mittels KI die Vitalfunktionen des Patienten rund um die Uhr überwachen können, so Dr. Noor Al Muhairi, Leiterin der Medizinischen Dienste, Abteilung Krankenhaus, Mohap:

"Mit Implantaten können Patienten mit Herzproblemen auch zu Hause untersucht werden. Wir können sie aus der Ferne überwachen. Dieses Gerät haben wir bei 30 Patienten implantiert. Einer von ihnen hielt sich in London auf. Dann stellten wir eine Herzanomalie bei ihm fest. Wir riefen ihn an und forderten ihn auf, ins nächste Krankenhaus zu gehen. Das rettete ihm sein Leben."

Stammzellenforschung in der Herzmedizin

Dank Fortschritten in der Stammzellenforschung können geschädigte Herzzellen nachwachsen, so Dr. Noor Al Muhairi:

"Bei dieser Behandlung haben wir mit der Universität Osaka zusammengearbeitet. Dort haben sie eine Stammzellen-Studie zur Regenerierung von Herzzellen durchgeführt. Man kann mit Stammzellen Herzzellen regenerieren. Es ist eine der neuesten Technologien in der Herzbehandlung. In Zusammenarbeit mit Japan werden wir hier im Gesundheitsministerium eine klinische Studie dazu anfangen."

Besserer Heilungsprozess beim Diabetischen Fußsyndrom

Mit einer weiteren Anwendung kann man bei Krankheiten wie Diabetes Amputationen verhindern: "Dieses Gerät überprüft den Heilungsprozess beim Diabetischen Fußsyndrom", sagt Dr. Halima El Shehhi, Leiterin der Notaufnahme, Ministerium für Gesundheit und Prävention in den VAE. "Es liefert uns die Ergebnisse innerhalb von 30 Sekunden. Dafür muss man nur die Wunde scannen. In dem Gerät sind Patienteninformationen der vergangenen 15 Jahre gespeichert. Man kann die Wunde mit anderen Wundtypen vergleichen und das Problem genau analysieren. Damit können wir Komplikationen wie Amputationen verhindern."

Dr. Jacques Kobersy meint: "Ob künstliche Intelligenz, neue Geräte, neue Fähigkeiten zur Analyse und Behandlung von Patienten: Dinge, die wir uns vor wenigen Jahren kaum vorstellen konnten, sind jetzt Wirklichkeit geworden."

In der Medizin der Zukunft wird es mehr und mehr um Vorsorge, statt der Behandlung von Krankheiten gehen.