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Hip-Hopper und bekennender 'Zigeuner'

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Hip-Hopper und bekennender 'Zigeuner'

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Euronews: Connect-R ist der Stern am hip-Hop-Himmel Rumäniens. Seine neuste Single führt die rumänische Hitparade. Der Sänger, Komponist, Tänzer, Schauspieler und Produzent ist ein eklektischer Künstler, der Rap, Hip-hop, Soul, R’n‘B und Reggae vermischt.

Connect-R: “Connect-R ist einer, der verschiedene Menschen, Musikstile und Geisteshaltungen
verbindet. Das war mein Grundgedanke.
Ich habe nie Musik studiert, aber ich spiele auch ohne Unterricht Klavier, und singe ohne Mühe. Es ist sicher angeboren und das ist der Vorteil, denke ich. Ich wuchs allerdings mit anderer Musik auf… Chuck Berry, Aretha Franklin, Elvis Presley, viel Rock and roll, Blues, Jazz… Das, was ich jetzt mache ist wahrscheinlich eine Mischung aus alledem. Und natürlich aus der Grundbegabung meiner Nation und der musikalischen Erziehung durch meinen Vater.”

Euronews: Eine kommerziell ausgesprochen erfolgreiche Mischung, das sagt auch der Sänger ganz offen. Aber das hindert ihn nicht daran, seine Botschaft rüber zu bringen. Sein Titel Burning Love wurde dieses Jahr zum besten Song Rumäniens gekürt. An jenem Abend sagte Connect-R, er sei stolz ein Zigeuner zu sein.

Connect-R: “Das war ein mutiger Schritt. Denn in Rumänien gibt es starke Ressentiments gegen Zigeuner. Aber ich fand, dass das der ideale Moment war, um zu sagen, dass es eben auch Zigeuner gibt, die es zu etwas bringen. Ich wollte der Welt klarmachen, dass es Blödsinn ist, das Wort Zigeuner als Schimpfwort zu benutzen. Und ich wollte Meinesgleichen zeigen, dass es auch anders geht. Eins macht mich schon betroffen: Ich sehe mir auf You Tube tausende, vielleicht Millionen Kommentare an. Die sagen das ist ein guter Typ, der singt gut, die Texte sind gut, die Message ist gut, er tanzt gut – schade, dass er Zigeuner ist… Aber ich bin eben ein Zigeuner..”

Euronews: Auf die Kontroverse um die Roma-Abschiebungspolitik Frankreichs reagiert er angewidert. Allerdings nicht wegen der Haltung der französischen Regierung sondern wegen der der Roma.Mit der Einstellung seiner Volksgruppe ist er nicht einverstanden.

Connect-R: “Ich hing sehr an meinen Wurzeln und tue das immer noch ein wenig. Allerdings nur ein wenig. Denn wenn ich die Vergangenheit mit dem vergleiche, was heute geschieht…. Früher waren die Zigeuner aktiv, waren in künstlerischen Berufen tätig. Der moderne Zigeuner ist ganz anders. Was jetzt geschieht, ist sehr traurig. Diese Menschen leben am Rand der europäischen Großstädte und sind eine Schande für uns. Vor einigen Jahren unterstützte Sarkozy den EU-Beitritt Rumäniens. Ich glaube aber nicht, dass das, was heute geschieht, so vorgesehen war. Und auch, wenn ich mich dadurch bei meiner Volksgruppe unbeliebt mache, unterstütze ich das was er gemacht hat als eine sehr gute Initiative…”

Euronews: Die einzige Möglichkeit, die Probleme in den Griff zu bekommen, sei Bildung, sagt Connect-R, und nicht zuletzt auch die Musik.

Connect-R: “Es gibt eine Legende, die besagt, dass Gott die Berufe verteilte. Künstler, Maler, Dekorateure, Ärzte, Ingenieure.. alles verteilte er. Zuletzt kam ein Zigeuner mit Federn in den Haaren an …er kam aus dem Stall, weil er faul war wie immer und fragte Gott: ‘Was gibst du mir?’ Und Gott antwortete: ‘Ich habe nichts mehr zu vergeben, du bist zu spät gekommen.’ Als der Zigeuner gerade gehen wollte, sprach Gott: ‘Warte einen Moment, Ich habe etwas für dich’ und gab ihm eine Geige. So ist das. Die Musik ist eine der größten Gaben, die sie haben. Sie sollten sie nutzen.”