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EU und Ukraine: VISA-freies Reisen

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EU und Ukraine: VISA-freies Reisen

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Euronews-Reporter Seamus Kearney: “Wenn es um die Vertiefung der Beziehung zwischen der Ukraine und der EU geht, dann steht die Visafrage nach wie vor im Zentrum der Verhandlungen.

Jeden Tag warten hier Ukrainer vor der polnischen und tschechischen Botschaft, um ein Visum für die Schengenzone zu erhalten. Viele hoffen, dass dies eines Tages nicht mehr nötig sein wird.”

Kiew versucht, die strengen Vorgaben eines Aktionsplans der EU umzusetzen, um endlich Visaerleichterungen zu erreichen.

Vor der tschechischen Botschaft treffen wir auf diesen jungen Mann, der seine Familie in Prag besuchen möchte. Doch schon beim letzten Mal war es schwer, ein Visum zu bekommen:

“Sie scheinen zu denken, dass ich als Illegaler dort bleiben will, um zu arbeiten.”

Die Internetseite von “Europa ohne Grenzen”. Diese Dachorganisation freier NGOs setzt sich für Visafreiheit in ganz Europa ein. Hier meint man, dass besonders die vorherrschenden Klischees und Vorurteile einiger EU-Staaten korrekturbedürftig sind:

Iryna Sushko, (Europe Without Barriers):

“Sicher hat die Ukraine durchaus einige Unterstützer in punkto Visaerleichterungen, doch gibt es auch einige, die genau davor Angst haben und strikt dagegen sind.”

Vor Visaerleichterungen will die EU mit der Ukraine aber über bessere Migrantionskontrollen und die Eindämmung von Dokument-Fälschungen reden: Die EU meint, dass die langen Grenzen der Ukraine, besonders nach Osten noch viel zu durchlässig sind für illegale Immigranten aus Drittländern.

Wie optimistisch ist Brüssel, was die Realisierung seiner Vorgaben angeht?

José Manuel Pinto Teixeira, EU-Botschafter in der Ukraine: “Nun, es handelt sich hier um eine sehr komplexe Situation. Die Ukraine hat bereits viel unternommen, um den anforderungen der EU zu entsprechen, das sollten wir berücksichtigen. Es gibt durchaus Schritte in die richtige Richtung.”

Ob dies ausreichen wird, bleibt abzuwarten: schon in den nächsten Wochen wird Brüssel einen Fortschrittsbericht dazu vorlegen. In der Zwischenzeit kritisieren zahlreiche NGO vor Ort jedoch, dass die Zahl ausgestellter längerfristiger Visa, wie auch der Mehrfach-Visa, viel zu gering ist.

Euronews-Reporter Seamus Kearney :“Viele Reisende beklagen zudem, dass es oft nur von der jeweiligen Botschaft vor Ort abhängt, ob ein Visum ausgestellt wird oder nicht. Ein Verfahren, das kaum durchschaubar für den Antragsteller ist.”

Die europäische Union ist der Meinung, die Transparenz der Verfahren für die ukrainischen Bürger durchaus schon vereinfacht und auch verbilligt zu haben. Die Rate zurückgewisener Anträge belaufe sich ausserdem auf unter vier Prozent.

Eine weitere Vereinfachung der Visa-Regelungen erhoffen sich aber auch ganz besonders ausländische Unternehmer, die in der Ukraine tätig sind.

Igor Loskutov, Transport-Koordinator, GEFCO:

“Es kommt oft vor, dass ein Lastwagen drei Wochen an der Grenze warten muss, weil wir kein Visum für den Fahrer bekommen.”

Aleksandr Levchenko, Qualitätsmanagement, GEFCO:“Handel ist doch eine dynamische Sache, da kommt es eben manchmal vor, dass man spontan mal reisen muss, oft in letzter Minute.”

Die ukrainischen Politiker hören die Botschaft wohl…sie versuchen derzeit, die allgemeinen Grenzenkontrollverfahren,- nicht zuletzt mit finanzieller Hilfe aus Brüssel,- zu verbessern.