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Der Kampf um Gleichberechtigung: am 8. März ist Internationaler Frauentag

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Der Kampf um Gleichberechtigung: am 8. März ist Internationaler Frauentag

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Jährlich feiert der Internationale Frauentag Projekte, die aber immer auch noch weiteren Einsatz verlangen. Wie die Bildung für Mädchen zum Beispiel, die in großen Teilen der Welt immer noch problematisch ist. Diese Woche lernen wir bei “Learning World” Projekte kennen, die das Leben von Frauen verbessern wollen.”

Nach Angaben der Vereinten Nationen gehen 115 Millionen Kinder im schulpflichtigen Alter nicht zur Schule. Und 54 Prozent dieser Kinder sind Mädchen. Der Internationale Frauentag erinnert daran, dass Frauen in vielen Ländern keine vollwertigen Mitglieder ihrer Gesellschaft sind. Diese Woche besuchen wir in “Learning World” Pakistan und Afghanistan, zwei besonders konservative und männlich dominierte Gesellschaften.

Afghanistan: Bewegung in der Schullandschaft

Sakeena Yakoobi widmet ihr Leben der Förderung von afghanischen Frauen. Sie ist die Gründerin des afghanischen “Institute for Learning”, einer NGO, die mehr als 150 Bildungs-und Gesundheitsprojekte im ganzen Land betreibt. Ihre Organisation zielt darauf ab, kritisches Denken zu entwickeln und das Gesundheitsbewusstsein der Frauen zu fördern. Aber vor allem will sie Frauen dazu ermutigen, traditionelle glaubensorientierte soziale Grenzen anzufechten. Sakeena sprach mit uns über die Herausforderungen, mit denen sie während und nach der Talibanherrschaft konfrontiert wurde .

Mitte der 1990er Jahre ließ Sakeena Yacoobi ihr beqemes Leben als Ärztin in den USA hinter sich, um in ihre Heimat zurückzukehren.

Es drängte sie, ihrem Land etwas zurückzugeben. Dieser Kindergarten ist eine der Früchte ihrer Arbeit. Er gehört zu den mehr als 150 Projekten, die ihre Organisation fördert. Zu den Zeiten der Talibanherrschaft, als Mädchen Bildung verboten wurde, unterhielt Yacoobi ein Netzwerk von 80 Untergrundschulen. Jetzt können auch Mädchen zur Schule gehen. Heute besteht die Herausforderung darin, die Kultur einer zutiefst konservativen Gesellschaft zu verändern. Um das zu erreichen, kämpft Yacoobi mit all ihrer Kraft für die Bildung.

Die Oberschule von Sakeena in Kabul ist so erfolgreich, dass eine Erweiterung gebaut wird, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden.

Yacoobis Organisation hat aktuell 470 Angestellte, 83 Prozent davon sind Frauen. Sie leitet eine der größten von Frauen geführten Organisationen in Afghanistan.

Mehr Infos finden Sie im Internet:

“afghaninstituteoflearning.org”: http://www.afghaninstituteoflearning.org/

Pakistan: gleiche Chancen für alle

In Pakistan sind mehr als 70 Prozent der Frauen Analphabeten. Aber die private Bürgerstiftung, die aktuell 102.000 Kindern im ganzen Land eine Erziehung garantiert, arbeitet hart daran, eine Geschlechtergleichheit in den Klassenräumen zu erreichen. Sie bietet Schulplätze für Kinder aus den ärmsten Gebieten Pakistans, um allen die gleiche Chance zu bieten, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Rasse und ihrer Religion. Werfen wir einen Blick auf ihre Arbeitsweise, wie sie Mädchen dazu ermutigen, zur Schule zu gehen.

Nazish Karam ist eine Mutter von zwei Kindern. Sie lebt in Musafarga, in der Punjab-Region von Pakistan. In einem Land, in dem fast 50 Prozent aller Kinder nie ein Klassenzimmer von innen sehen und über 70 Prozent der Frauen Analphabeten sind, hatte sie eine der seltenen Chancen auf eine Ausbildung. Nach einer speziellen Schulung durch die Bürgerstiftung wurde sie zur Leiterin einer der 130 TCF-Schulen von Pakistan. Seit ihren Anfängen fördert TCF vor allem die Einstellung von Frauen und bemüht sich um eine fünfzigprozentige Frauenquote an allen Standorten: Das ist eine große Veränderung in der pakistanischen Schullandschaft.

Die Bürgerstiftung TCF ist eine ehrenamtliche Organisation, die 1995 von Bürgern aufgrund des trostlosen Zustands des Bildungssystems gegründet wurde. Ihr Pogramm ist offen für alle. Die Bürgerstiftung hat die Vision alle Klassenschranken niederzureißen und Mädchen und Jungen die gleichen Bildungschancen zu geben.

Anfangs waren die Eltern größtenteils nicht bereit, ihre Töchter zur Schule zu schicken, weil dies traditionell als unnütz und unangemessen angesehen wird. Um die Eltern zu gewinnen, wird ihnen das Schulprogramm vorgestellt. Außerdem sind 5400 weibliche Lehrerinnen und Leiterinnen an allen Schulen garantiert.

Von den 173 Millonen Einwohnern Pakistans sind 92 Millionen Erwachsene über 15 Jahre – und davon sind mehr als die Hälfte Analphabeten.

Mehr Infos finden Sie im Internet:

http://www.thecitizensfoundation.org/