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Goldene Berge des Altai

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Goldene Berge des Altai

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Im Süden Sibiriens, wo Russland an Kasachstan, die Mongolei und China angrenzt, liegt eine unberührte Landschaft, wo die Menschen versuchen in Harmonie mit der Natur zu leben. In dieser Ausgabe von Russian Life reisen wir ins Altai-Gebirge!

Die Landschaft ist atemberaubend, endlose Steppen, Taiga, Tundra und Wüstenabschnitte am Fuße der schneebedeckten Gipfel. Das Altai-Gebirge zieht Naturliebhaber und Gleitsegler an. “Es gibt hier nicht viele anständige Straßen, aber viele Besucher sagen mir, das ist gut so, wir haben genug von geteerten Straßen und es ist schön, zur Abwechslung mal zu Fuss zu gehen,” so der Gleitschirm-Lehrer Vladimir Milov.

Wer sich nicht in die Lüfte wagt, kann wandern, klettern, fischen, reiten oder die Gebirgsbäche hinabfahren.

Früher lebten in der Region Nomaden. Sie waren Anhänger des Schamanismus und ehrten die Geister, die, so glaubten sie, in den Bergen, den Flüssen und den Bäumen leben. Ludmila Menyailova vom Kulturzentrum erzählt: “Die Menschen dieser Region haben immer gesagt, dass in jeder lebendigen Pflanze ein Geist, eine Seele wohnt, für sie war das sehr wichtig.”

Die Bewohner heute halten die Traditionen ihrer Vorfahren und die Natur in Ehre. Weite Teile der Region sind unberührt. Das Wort Altai bedeutet Gold in der Sprache der Mongolen. Im Gebirge sind viele Wege schwer zugänglich und die Menschen müssen umsatteln.

Die zahlreichen Höhlen zeugen von der archäologischen Geschichte der Region. Hier fanden einst die Menschen Schutz. Doch nicht sie, sondern die Naturkräfte haben diese Höhlen erschaffen.

Das Altai-Gebirge


  • Der Naturraum des Altai-Gebirges umfasst 845.000 Quadratkilometer
  • Es befindet sich im Grenzgebiet von Russland, Kasachstan, der Mongolei und China
  • Barnaul, Gorno-Altaysk und Nowosibirsk sind die nächstgelegenen Städte
  • Der Flug von Moskau aus dauert dreieinhalb Stunden
  • Ein weiter Teil der Region, die “Goldenen Berge des Altai” gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe

Das komplexe Labyrinth ist in früheren geologischen Zeiten entstanden, als sich das Wasser einen Weg durch die Kalksteinschichten bahnte. Damals befand sich das Gebiet auf dem Boden des Ozeans.

Die Vielfalt der Wildpflanzen und das milde Klima machen das Altai-Gebirge zu einem Eldorado für Bienenzüchter. Der Honig aus der Region ist berühmt. Glaubt man den Einheimischen, ist es der beste Honig Russlands. Der Bienenzüchter Slava Medovukha wirbt für seinen Honig: “In 200 Kilometer Umkreis gibt es keine Fabriken und keine Industrieverschmutzung. Die Besucher sind begeistert von unserem Honig und wollen immer, dass ich ihnen etwas zurücklege, wenn sie wiederkommen. Wir stellen nicht viel her, aber es reicht für alle. Ich lade Sie dazu ein, unseren Honig zu probieren.”

In den Tälern ist der Frühling ausgebrochen, doch die Gipfel sind immer noch schneebedeckt. Das Städtchen Belokurikha am Fuße des Berges Tserkovka ist berühmt für seine heilenden Radon-Quellen.

Ein Steinmonolith krönt die Spitze des Berges. Es ist ein heiliger Ort.

Tamara Batuyeva, die Direktorin des Historischen Museums, kommt oft in die Berge. “Hier erhebt sich deine Seele und singt. Alle Sorgen und alle Leiden werden von diesen Bergen geheilt. Das unterscheidet sie von den anderen Gebirgen dieser Welt,” so Tamara.

In der nächsten Ausgabe von Russian Life mit Denis Loktev lernen wir in einer Region an der Wolga, zwei Kulturen und Traditionen kennen: Tatarstan!

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