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Das Olympia-Debakel einer Sicherheitsfirma

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Das Olympia-Debakel einer Sicherheitsfirma

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Für G4S sind die Olympischen Spiele in London zum Fiasko geworden. Zwei Wochen vor Beginn musste der weltgrößte Sicherheitsdienstleister mit immerhin 650.000 Angestellten bekannt geben, dass er nur 4.000 der dem Olympischen Komitee ursprünglich zugesagten 10.400 Sicherheitsmitarbeiter stellen könne. Daraufhin geriet die Aktie des britischen Konzerns in London unter Beschuss und war mit einem Minus von 8,6 Prozent der größte Verlierer im FTSE100.

Verglichen mit den 7,7 Milliarden Pfund, die G4S als Jahresumsatz erzielt, ist der Olympia-Vertrag im Wert von 284 Millionen Pfund relativ klein. Laut dem Unternehmen werden die Probleme in London Kosten von rund 50 Millionen Pfund verursachen, das sind umgerechnet rund 63 Millionen Euro. Damit muss der Einsatz der 3.500 extra angeforderten Soldaten bezahlt werden.

Aber in Bezug auf das Image könnte der Skandal so global werden wie Olympia selbst. Zum einen, weil die britische Regierung, immerhin der wichtigste Kunde von G4S, möglicherweise bestehende Verträge nicht mehr erneuern will. Zum anderen auch, weil die Chancen für den Konzern schrumpfen, Kontrakte für weitere Sport-Großereignisse in den nächsten Jahren abzuschließen, etwa für die Fußball-WM in Brasilien 2014.

G4S will nach dem Ende der Olympischen Spiele die Gründe für das Versagen analysieren und seine Glaubwürdigkeit wieder herstellen.