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Abschaltung in Athen ist ein Drama

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Abschaltung in Athen ist ein Drama

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Über die Abschaltung des griechischen Staatssenders, sein vorläufiges Ende, sprachen wir mit dem Präsidenten der Union der Europäischen Rundfunkorganisationen und Chef des belgischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens, Jean-Paul Philippot.

euronews:
Werden mit der Schließung europäische Werte oder sogar Verträge verletzt?

Jean-Paul Philippot:
Offensichtlich. Grundlage europäischer Ideen sind Werte. Dazu gehören Demokratie, Meinungsfreiheit, Pluralismus. Schafft die griechische Regierung den öffentlichen Dienst ab, verschwinden öffentliche Aufgaben. Diese Werte werden immer schwächer. Es ist ein Drama.

euronews:
Was in Griechenland geschieht, könnte auch in vielen anderen Ländern geschehen, in Spanien, Italien…

Jean-Paul Philippot:
…in Portugal. Natürlich.

euronews:
Ist das öffentliche Gut Information in Gefahr?

Jean-Paul Philippot:
Mit Sicherheit. Alle Bürger Griechenlands sind besorgt. Doch auch die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in Europa erfüllt es mit Sorge.

euronews:
Ist eine solche Entscheidung zum ersten Mal getroffen worden?

Jean-Paul Philippot:
Selbst in den schlimmsten Zeiten Europas, als es in einigen Ländern noch keine Demokratie gab, ist so etwas nicht geschehen!

euronews:
Was halten Sie von der Erklärung der EU-Kommission, wonach die Entscheidung vor dem Hintergrund der Bemühungen der griechischen Behörden gesehen werden muss?

Jean-Paul Philippot:
Sie ist zweideutig, unklar. In der Erklärung wird begrüßt, dass Athen in Zukunft einen neuen Sender schaffen will. Doch die Abschaltung wird nicht einmal erwähnt! Nichts über diese Leerstelle in der Medienlandschaft.

euronews:
Was wird Ihre Union tun?

Jean-Paul Philippot:
Wir unterstützen Verbesserungen und Einsparungen, doch nur unter einer Bedingung: Wir senden weiter, wir tun unsere Arbeit, wenn die Reformen in den kommenden Wochen durchgeführt wird.

euronews:
Vielen Dank für das Gespräch.