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Freihandel zwischen EU und USA: Mehr zu verlieren als zu gewinnen?

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Freihandel zwischen EU und USA: Mehr zu verlieren als zu gewinnen?

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Laurence aus Bordeaux, Frankreich fragt:
“Was umfasst das künftige Handelsabkommen zwischen der EU und den USA – und haben die Europäer dabei wirklich etwas zu gewinnen?”

Yannick Jadot, Europaabgeordneter der Fraktion der Grünen / Freie Europäische Allianz und Vizevorsitzender des Ausschusses für internationalen Handel:
“Man muss verstehen, dass wir keine Zollrechte verhandeln werden – was wir klassischerweise bei Freihandelsabkommen tun. In der Hinsicht ist der Handel zwischen den USA und Europa sehr liberalisiert. Was wir verhandeln werden, sind die regulatorischen Rahmenbedingungen, die Regeln, Normen und Rechte, die unser wirtschaftliches Leben und unser Zusammenleben bestimmen. Zum Beispiel werden wir die Regeln über Gesundheit, Umweltschutz, Arbeitsrecht, hormonbehandeltes Rindfleisch, mit Chlor desinfizierte Hühner oder genmodifizierte Organismen verhandeln.

Wir werden über den öffentlichen Dienst reden, über die Rechte von Investoren – und aus all diesen Gründen sind wir eher gegen dieses Freihandelsabkommen, denn wir denken – und das sieht man zum Beispiel auch in der Frage der persönlichen Daten – dass die USA wie eine Dampfwalze auftreten und ihr Ziel ist, dem europäischen Markt ihr Modell aufzudrücken. Und dass Europa heute eher gespalten und schlecht organisiert ist. Europa hat keine gemeinsame Wirtschaftspolitik, keine gemeinsame Industriepolitik, die EU-Kommission schaut eher distanziert und kritisch auf den Widerstand der Bürger gegen genmodifizierte Organismen oder auf kulturelle Besonderheiten.

Deshalb finden wir, dass Europa heute nicht in der Lage ist, gut mit den USA zu verhandeln, und dass es mehr zu verlieren als zu gewinnen hat.”

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