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Das Rennen um die Rente: Reformpläne spalten Frankreich

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Das Rennen um die Rente: Reformpläne spalten Frankreich

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In der französischen Rentenkasse herrscht Ebbe. Ohne Strukturreform wird sich die Finanzierungslücke bis 2020 auf 21 Milliarden Euro weiten. Frankreichs Nachbarn und die Europäische Kommission sorgen sich: wird Paris es schaffen, seine Sozialversicherungssysteme zu stabilisieren?

Die Regierung des sozialistischen Präsidenten François Hollande sieht ebenfalls akuten Handlungsbedarf und will dem Rentensystem ein Facelifting verpassen. Um das Defizit nicht weiter anwachsen zu lassen, ist vorgesehen, die Beiträge bis 2017 um 0,6 Prozent anzuheben. Eingezahlt werden soll anstatt bisher 41,5 mindestens 43 Jahre. Die geplante Beitragserhöhung beträfe Arbeitnehmer und Arbeitgeber: Sie sollen die Kosten zu gleichen Teilen schultern. Eine Änderung des Rentenalters von 62 Jahren ist hingegen nicht vorgesehen.

Linke Gewerkschaften wehren sich heftig gegen die Reformpläne, bereits vor den eigentlichen Debatten im Parlament gab es heftigen Widerstand. Die Gegner argumentieren, eine längere Lebensarbeitszeit könnte jungen Generationen den Einstieg in den Beruf weiter erschweren, der Arbeitslosigkeit sei auf diese Weise nicht beizukommen.

Und anderswo in Europa? Viele Regierungen haben eine Erhöhung des Renteneinstiegsalters beschlossen, Folge der immer älter werdenden Bevölkerung Europas und der niedrigen Geburtenraten. In Rumänien und Ungarn wird das Renteneinstiegsalter künftig auf 65 Jahre steigen, in Spanien, Deutschland, Polen, Griechenland und den Niederlanden sind 67 Jahre angepeilt, in Irland sogar 68 Jahre.

Eine Reportage von Euronews-Reporter Hans von der Brelie.

Webbonus 1:

Wie reagieren Frankreichs Arbeitgeber auf die Rentenreformpläne? Der Präsident des Arbeitgeberverbandes MEDEF Lyon-Rhône, Bernard Fontanel im Gespräch mit Euronews-Reporter Hans von der Brelie.
Interview bonus : Bernard Fontanel, Président MEDEF Lyon-Rhône

Webbonus 2:

Die linksgerichtete Gewerkschaft CGT kritisiert die Rentenreformpläne der französischen Regierung. Der Generalsekretär der CGT Rhône-Alpes im Interview (in französischer Sprache) mit Euronews-Reporter Hans von der Brelie.
Interview bonus : Bruno Bouvier, Secrétaire général CGT Rhône-Alpes

Webbonus 3:

Laurent Berger, Generalsekretär der reformorientierten Gewerkschaft CFDT, nimmt im Euronews-Interview (Hans von der Brelie) Stellung zu Frankreichs Rentenreformplänen (in französischer Sprache).
Interview bonus : Laurent Berger, Secrétaire général CFDT

Webbonus 4:

Der Generalsekretär der linksradikalen Gewerkschaft Force Ouvrière kritisiert im Euronews-Interview die Rentenreformpläne der Regierung in Paris (in französischer Sprache).
Interview bonus : Jean-Claude Mailly, Secrétaire général FO

Webbonus 5:

Wenn Sie das komplette Interview mit dem französischen Rentenexperten Jacques Bichot (in französischer Sprache) hören möchten, verwenden Sie bitte folgenden Link.
Interview bonus : Jacques Bichot, Professeur émérite d‘économie