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Spekulationen über Flug MH370: Alles ist möglich

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Spekulationen über Flug MH370: Alles ist möglich

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Neun Tage nach dem Verschwinden vom Flug MH370 scheint sich die Suche nach der Boeing zwar etwas zu konkretisieren – die malaysischen Behörden ermitteln offiziell wegen Sabotage, Terrorismus und Entführung. Greifbare Ergebnisse gibt trotz der auf elf Staaten ausgeweiteten Fahndung jedoch weiterhin nicht. Der Raum für Spekulationen bleibt groß.

Es könnte sein, dass die vermisste Boeing versteckt wird, um später militärisch eingesetzt zu werden, so eine Theorie des Vorsitzenden der Kommission für Innere Sicherheit im US-Repräsentantenhaus, Michael McCaul. Zum jetzigen Zeitpunkt müsse jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass das Verschwinden der Maschine mit den Plänen von Terroristen zusammenhänge, sagte der republikanische Abgeordnete auf dem Sender Fox News. Eines sei jedoch sicher: “Es handelt sich nicht um einen Unfall”, so McCaul.

Davon scheinen auch die malaysischen Behörden auszugehen. Laut Premier Najib Razak wurden die Kommunikations- und Ortungssysteme der Boeing 777-200 “mit großer Wahrscheinlichkeit” bewusst ausgeschaltet. Die Regierung habe eine Maschine, bei der es sich vermutlich um Flug MH370 handelte, anhand von Satellitendaten nach Nordwesten verfolgen können. Man habe die Kursänderung der Maschine für etwa acht Stunden nach ihrem Start in Kuala Lumpur nachvollziehen können. Laut Flugroute sollte die Boeing nach Norden in Richtung Vietnam fliegen. Ihr planmäßiges Ziel war Peking.

Die internationale Suche konzentriert sich auf zwei Korridore, wie Razak am Samstag sagte. Einer erstreckt sich von Nordthailand bis nach Kasachstan und Turkmenistan, der andere von Indonesien in den südlichen Indischen Ozean.

An der Suche nach der Maschine mit 239 Menschen an Bord sind laut malaysischer Regierung mittlerweile 25 Nationen beteiligt. Kuala Lumpur hatte am Sonntag mitgeteilt, dass es vor allem Frankreich, China und die USA um die Bereitstellung weiterer Satellitendaten gebeten habe. Damit hat die Suche eine neue Stufe erreicht. Verkehrsminister Hishammudin Hussein sprach angesichts der Herausgabe der sensiblen Daten an einen fremden Staat von “diplomatischen Herausforderungen”.

Die Suche der Behörden konzentriere sich laut Hussein nun auf die Crew, die Passagiere und das Bodenpersonal. Polizeichef Khalid Abu Bakar zufolge werden die Lebensumstände und Kontakte dieser Gruppen noch einmal genauer untersucht. Nicht alle Geheimdienste hätten diese Analysen für ihre Landsleute an Bord bereits abgeschlossen. Im Haus des Piloten Zaharie Ahmad Shah (52) habe die Polizei einen Flugsimulator sichergestellt, der nun untersucht werde. Auch im Haus von Kopilot Fariq Abdul Hamid (27) waren Beamte auf Spurensuche. Khalid Abu Bakar warnte davor, aus den Aktionen voreilige Schlüsse zu ziehen.

Unterdessen halten es Flugexperten weiterhin für möglich, dass die Maschine doch abgestürzt sein könnte. Zumindest sei es unwahrscheinlich, dass eine Boeing 777-200 unentdeckt über hochmilitarisierte Zonen wie die indisch-pakistanische Grenze fliegen könnte. “Über Land gibt es eigentlich überall Radarabdeckung”, sagte Jörg Handwerg von der Vereinigung Cockpit der deutschen Nachrichtenagentur dpa. Auch der chinesische Luftfahrtexperte Zhang Qihuai sagte, er gehe weiter davon aus, dass das Flugzeug abgestürzt sei. Das Militär vor Ort hätte über dem Festland jedes fliegende Objekt “zu 100 Prozent erfasst”.