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Gehen, geben, gewinnen: Was junge Menschen in Transsilvanien suchen

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Gehen, geben, gewinnen: Was junge Menschen in Transsilvanien suchen

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Generation Y hat im Herzen Transsilvaniens eine Gruppe junger Europäer getroffen, die eine Herausforderung gewagt haben: Sie arbeiten ein Jahr als Freiwillige. Ihre Aufgabe ist es, Kinder zum Lachen zu bringen.

Die Österreicherin Lisa Köstner ist im vergangenen September ins rumänische Cluj-Napoca, deutsch Klausenburg, gekommen. Die Arbeit mit den kranken Kindern nutzt sie als Inspiration für kleine Stopppmotion-Filme. “Ich möchte gerne Kreativität, Kunst mit der Arbeit mit den Kindern verbinden”, sagt sie. “Das, was wir gemeinsam erlebt haben, möchte ich auch nach diesem Jahr weiterführen.”

Doch warum macht sie Freiwilligenarbeit? Lisa: “Ich habe im vergangenen Jahr die Schule beendet und dann nach Möglichkeiten gesucht, ins Ausland zu gehen, hatte aber wenig finanzielle Mittel. Dann haben mich Freunde auf den Europäischen Freiwilligendienst gebracht.”

Der Europäische Freiwilligendienst der EU ist ein Netzwerk innerhalb des Erasmus Plus-Programms. Es soll jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren Erfahrungen ermöglichen. Lisa, der Spanier Julio Del Pino Molina, die Engländerin Hannah Dando und die Deutsche Viviane Clemens haben diese Möglichkeit genutzt.

“Ich wusste noch nicht, was ich studieren wollte und wollte etwas Sinnvolles machen”, erzählt Viviane, “da kam mir dieses freiwillige soziale Jahr entgegen. Das fand ich eigentlich ganz cool.”

Für ihre Arbeit mit den Kindern bereiten die Teilnehmer regelmäßig Materialien vor. Sie benutzen unter anderem Fingerfarben und basteln bunte Tierchen aus Pappe.

“Oft arbeiten wir schon im Vorhinein zusammen, überlegen uns gemeinsam, was wir in den verschiedenen Krankenhäusern machen”, erklärt Viviane. “Manchmal arbeitet auch jeder für sich alleine. Das zeigen wir uns dann hinterher, sodass verschiedene Ideen zusammenkommen.”

Generation Y begleitet Julio und Hannah auf ihrem Weg in ein Krankenhaus. Hannah erzählt uns, wie die Einsätze ablaufen: “Wir werden in zwei Gruppen geteilt. Julio und ich sind im Laufe der Woche in der Pediatrie und der Nephrologie, wir wechseln uns ab. Lisa und Vivien sind in zwei verschiedenen Krankenhäusern. An den Freitagen treffen wir uns alle und arbeiten in der Psychiatrie.”

Julio ergänzt: “Wir entwickeln hier ein soziales und kulturelles Animationsprogramm für die Kinder. Das ist nichts Spezifisches, wir passen es auf die Bedürfnisse jedes Kindes an.”

Welche Krankheiten die Kinder genau haben, wissen die Freiwilligen nicht, wie Julio erzählt: “Das wollen wir auch gar nicht wissen. Den Kindern dabei zu helfen, ist nicht unsere Aufgabe. Wir sind hier, um ihre Zeit auszufüllen. Es wäre absurd, wenn man mit ihnen arbeiten würde und mit einer bestimmten Vorstellung über ihre Grenzen daran gehen würde, nur weil sie diese oder jene Krankheit haben. Jedes Kind ist eine Welt für sich und deine Grenzen sind diejenigen, die du dir selbst gibst.”

Ioana Bere koordiniert das Freiwilligen-Projekt. Sie erklärt die Prinzipien des Programms “Go. Give. Gain” (Gehen, geben, gewinnen): “Du gehst aus deiner Komfortzone heraus, verlässt deine bequeme Situation zu Hause. Du gibst deine Zeit, Energie und Ideen; und dann gewinnst du, du wächst, würde ich sagen.”

Wir haben die Teilnehmer gefragt, was sie mitnehmen. Julio: “Ich habe eine Verantwortung für die Gemeinschaft, das gilt ganz besonders für die Zeit, in der wir leben. In meinem eigenen Land kann ich wegen der politischen Situation nicht arbeiten. Aber ich denke, dass ich eine Verantwortung habe. Bei diesem Programm gebe ich nicht, ich bekomme.”

Ioana ergänzt: “Ich denke, dass die Leute zu verstehen beginnen, dass die Teilnehmer die Ersten sind, die von der Freiwilligenarbeit profitieren, abgesehen von dem Wert, den Freiwilligenarbeit für die Gemeinschaft hat.”

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