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Welchen Status haben die syrischen Flüchtlinge?

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Welchen Status haben die syrischen Flüchtlinge?

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“Mehr als drei Millionen Syrer sind wegen des Bürgerkrieges und der Gewalt der IS-Milizen bereits in die Nachbarländer geflohen. Was geschieht mit Ihnen, wenn sie die syrische Grenze überschritten haben?”

Ariane Rummery, Sprecherin des Flüchtlingshilfswerkes der Vereinten Nationen, antwortet:

“Die Menschen, die aus Syrien fliehen, wurden oder werden in den Nachbarländern als Personen erfasst, die internationalen Schutz benötigen. Meistens erhalten sie ein Nachweisdokument, mit dem sie Zugang zu humanitären Hilfsleistungen haben.

Ihr formeller Status kann von Land zu Land unterschiedlich sein. In der Türkei stehen die Flüchtlinge zum Beispiel zeitweilig unter dem Schutz der türkischen Regierung.

Im Irak werden die Syrer vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen erfasst. Sie erhalten einen Nachweis, dass sie Asylsuchende sind. Das ermöglicht es ihnen, sich frei zu bewegen, Hilfsleistungen in Anspruch zu nehmen, und sie haben dadurch ein Bleibe- und Arbeitsrecht. In den kurdischen Gebieten im Irak erhalten die Menschen Aufenthaltsgenehmigungen.

In Jordanien und Ägypten werden die Syrer als Asylsuchende erfasst, dann können sie alle Schutz- und Hilfsmaßnahmen in Anspruch nehmen.

Im Libanon werden sie vom Flüchtlingswerk nach Kriterien registriert, die mit der Regierung abgestimmt sind. Nachdem sie erfasst wurden, bekommen sie eine Registrierungskarte und Zugang zu Hilfsleistungen. Aber ihr rechtlicher Status ist nicht gesichert, sie müssen sich jedes Jahr neu registrieren lassen.

In Europa gab es zu Beginn des Konflikts die Tendenz, nur subsidiären Schutz zu leisten.”

Nach Angaben des deutschen Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge kann subsidärer Schutz einem "Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen" gewährt werden.

“Das Flüchtlingswerk ist sehr froh, dass es hier im vergangenen Jahr eine neue Entwicklung gab, so dass Syrer in einigen Staaten mit größerer Wahrscheinlichkeit als Flüchtlinge anerkannt werden”, so Rummery.

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