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Jugend macht Kunst auf der Eksperimenta in Tallinn

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Junge kreative Kraft vor jahrhundertalter Kulisse zeigt die Experimenta in Tallinn. Jugendliche aus zehn Ländern (Estland, Litauen, Finnland, Russland, Deutschland, Slowenien, Portugal, Türkei, Kanada, Brasilien) im Alter von 14 bis 19 Jahren sind an der Schüler-Mostra beteiligt und haben sich Erstaunliches einfallen lassen.

Geschaffen wurde die Kunst-Triennale 2011, um die Vermittlung von Kunst in jungen Jahren zu fördern, unter der Anleitung von Kunstlehrern und international anerkannten Kuratoren. “Kunst und Wissenschaft” lautet das Thema der diesjährigen, zweiten Ausgabe im Herzen der historischen Altstadt, der fast 800 Jahre alten Katharinenkirche und dem mittelalterlichen Hopner-Haus.

Die Eksperimenta-Direktorin Annely Köster erläutert das Konzept. “Ich denke, dass es im 21. Jahrhundert wichtig ist, die Hemmschwellen zu Kunst und Wissenschaft zu überschreiten. Denn das sind die wichtigen Fähigkeiten, um im Leben gut klar zu kommen. Die Fähigkeit, kritisch und analytisch zu denken und alles, was das Leben um uns herum anbietet, als eine kreative Herausforderung zu betrachten.”

Zur Auseinandersetzung mit dem Thema Vorurteile lädt die Fotoinstallation “Spotted” des Deutschen Julius Ertelt von der Künstlergruppe des International Munich Art Lab (IMAL). Seine Arbeit wurde von der Eksperimenta-Jury in der Kategorie “Inspiring Artist” ausgezeichnet.

Julius Ertelt: “Die Menschen in München sind ziemlich eingebildet und abweisend. Deswegen habe ich Fotos von meinen Freunden in München gemacht und sie fremden Menschen gezeigt, die dann ihre ersten Eindrücke in Kategorien einordneten.”

Viel Aufmerksamkeit fand auch die Arbeit der estnischen Schülerin Solveig Saar, sowohl das Thema, als auch die künstlerische Gestaltung. In ihrer fünfteiligen Werkserie zeigt sie die Auswirkung von Mobbing und Gewalt an der Schule, basierend auf eigenen Erlebnissen.

Solveig Saar: “Der Titel lautet natürliche Auslese, denn genau das geschieht an Schulen, eine natürliche Auslese. Mich traf es vor ein paar Jahren, von der 7. bis zur 9. Klasse, zwei Jahre permanentes Mobbing. Heute geht es mir besser, aber das hinterlässt Narben in der Seele für den Rest des Lebens.”

Anders als im Museum darf man auf der Eksperimenta vieles anfassen und ausprobieren. Viele Schulklassen machen einen Ausflug.

Vielleicht entdeckt ja der eine oder andere jugendlichen Besucher der interaktiven Ausstellung seine künstlerische Ader und gehört zu den Teilnehmern der nächsten Eksperimenta 2017.

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