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Neue Sicherheitsmaßnahmen spalten israelische Gesellschaft

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Neue Sicherheitsmaßnahmen spalten israelische Gesellschaft

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Die Sorge vor neuen Anschlägen droht in Israel zur Belastungsprobe für das Zusammenleben zwischen Juden und Arabern zu werden. Die Zeitung Haaretz berichtete, der Bürgermeister von Aschkelon, Itama Shimoni, wolle keine Araber mehr in städtischen Kindergärten und Schulen beschäftigen, während Kinder anwesend sind. Dies sei auf Druck von Eltern erfolgt, die Anschläge fürchteten. “Das ist einfach”, so Shimoni, “wir müssen das aus Sicherheitsgründen tun. Die Kinder spielen draußen, wenn sie aus dem Kindergarten kommen.”

Als Reaktion auf die jüngsten Anschläge wurde auch das Tragen von Waffen erleichtert. Selbst Politiker des rechten Likud kritisierten den Vorstoß des Bürgermeisters. “Wir müssen sehr vorsichtig sein und die arabisch-isrealischen Beziehungen so gut und normal wie möglich erhalten”, so der Minister für internationale Beziehungen und Nachrichtendienste, Yuval Steinitz. “Deshalb ist das sehr beunruhigend. Die meisten israelischen Araber sind dem Staat Israel gegenüber loyal.”

Die israelischen Araber haben für das Verhalten des Bürgermeisters von Aschkelon kein Verständnis. “Das ist eine Form von Rassismus”, sagt ein Mann in Jerusalem, “Araber und Juden sind gleich. Du bist ein menschliches Wesen, und ich bin ein menschliches Wesen. Es kommt nicht darauf an, ob man Araber oder Jude ist.”

In Ost-Jerusalem kam es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Palästinensern. Die Jerusalemer Stadtverwaltung hatte am Mittwoch erneut den Bau von 78 Wohneinheiten in Har Homa und Ramot genehmigt.