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Wetterextreme werden Normalität: Bis zur Mitte des Jahrhunderts erwärmt sich die Erde um fast 1,5 Grad

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Wetterextreme werden Normalität: Bis zur Mitte des Jahrhunderts erwärmt sich die Erde um fast 1,5 Grad

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2014 ist auf dem besten Weg, als das wärmste Jahr seit 1880 in die Geschichtsbücher einzugehen. Die globale Temperatur lag 1,22 Grad über dem Durchschnitt des 20.Jahrhunderts, wie die US-Behörde für Wetter- und Meeresforschung (NOAA) mitteilte. Ein Rekord, den auch die norwegischen Gletscher bestätigen: 33 von 38 sind in diesem Jahr zurückgegangen. Seit dem Jahr 2000 verlor der Grafjell-Gletscher 120 Meter.

“Das Schrumpfen, das wir in den vergangenen zehn Jahren beobachtet haben, ist dramatisch, wenn man es über einen längeren Zeitraum betrachtet”, so Jostein Bakke, Professor an der Universität von Bergen.

Der Beweis: links der Bondhusbreen-Gletscher im Jahr 1981, rechts sein Zustand heute.

Seit dem Jahr 2000 liegt die Jahres-Durchschnittstemperatur öfter über dem langjährigen Durchschnitt als darunter. Der Kälteeinbruch im Nordosten der USA ist laut der NOAA eine Ausnahme, die USA repräsentieren lediglich zwei Prozent der Erdoberfläche.

Nach NOAA-Angaben ist die Ursache für sintflutartige Regenfälle und Überschwemmungen wie hier in Marokko, die Dutzende von Todesopfern forderten, die erhöhte Temperatur der Ozeane im Oktober.

Experten schreiben die heftigen Stürme in Europa, vor allem in Norditalien, dem anormal warmen Mittelmeer zu.

“Aufgrund der ganzen Schadstoffe, die wir in den vergangenen Jahrzehnten in die Atmosphäre geblasen haben, haben wir jetzt sicher eine Temperaturerhöhung von 1,5 Grad Celsius bis zur Jahrhundertmitte. Und es gibt sehr wenig, was wir dagegen tun können. Wir müssen lernen, uns daran anpassen und Widerstandsfähigkeit dagegen zu entwickeln”, so Rachel Kyte von der Weltbank.

Anpassen an schwere Dürren wie die im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo. Laut Experten eine Folge der Abholzung des Amazonasurwaldes. Heftige Regenfälle im asiatisch-pazifischen Raum, die erhöhten Temperaturen der Ozeane und die Dürre in Kalifornien sind Folgen des globalen Ungleichgewichts.