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Papst-Visite in der Türkei: Verzicht auf Besuch von Flüchtlingslagern

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Papst-Visite in der Türkei: Verzicht auf Besuch von Flüchtlingslagern

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Der Besuch des Hagia-Sophia-Museums in Istanbul ist ein zentraler Punkt der dreitägigen Türkei-Visite von Papst Franziskus. Die Stätte diente vor ihrer Verwandlung in eine Moschee als griechisch-orthodoxe Kirche.

Heute wird der Papst zunächst in der Hauptstadt Ankara eintreffen. Ein Besuch von Flüchtlingslagern steht nicht auf dem Programm, so ein orthodoxer Priester des Patriarchats Istanbul:

“Ich weiß nicht, ob es an einem zeitlichen Problem liegt. Aber ich weiß, dass der Papst eine Meinung zu dem Flüchtlingsproblem hat. Er wird dieses Thema entweder in Ankara oder in Istanbul ansprechen, ohne sich dabei politisch einzumischen.”

Aus dem Irak und Syrien sind nach offiziellen Angaben mehr als 1,5 Millionen Menschen über die türkische Grenze geflohen. In Flüchtlingscamps hofften viele auf Wahrnehmung durch den Papst:

“Wir brauchen entweder finanzielle oder moralische Hilfe, um diese Schmerzen zu überstehen. Das Dasein hier ist kein Leben. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Machen Sie sich selbst ein Bild. Es gibt noch nicht einmal eine Schule für unsere Kinder.”

Erst am Dienstag hatte Papst Franziskus hat bei einem Besuch des Europaparlaments eine gemeinsame europäische Politik für die Rettung von Flüchtlingen angemahnt und dafür Applaus geerntet.

“Man könne nicht hinnehmen, dass das Mittelmeer zu einem großen Friedhof werde”, sagte Franziskus vor den Parlamentariern.

Bisher fehle jedoch eine gegenseitige Hilfe innerhalb der EU, um den Flüchtlingsansturm zu bewältigen.