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Obdachlose sollten Armbinden tragen, die an "Judensterne" der Nazis erinnern

Im südfranzösischen Marseille hat das Rathaus zusammen mit Sozialarbeitern einen Ausweis für Obdachlose entwickelt. Dieser soll im medizinischen

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Obdachlose sollten Armbinden tragen, die an "Judensterne" der Nazis erinnern

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Im südfranzösischen Marseille hat das Rathaus zusammen mit Sozialarbeitern einen Ausweis für Obdachlose entwickelt. Dieser soll im medizinischen Notfall eine Identifizierung vereinfachen. Doch das sichtbare Tragen eines Passes, der ein gelbes Dreieck schon von Weitem erkennen lässt, hat Bürger und Hilfsorganisationen jetzt auf die Barrikaden getrieben.

Ein Obdachloser ist empört: “Ich will nicht, dass man mit dem Finger auf mich zeigt. Das ist ja sowieso schon der Fall, aber so.. mit dieser Karte… Wo soll uns das hinführen?”

Das Verteilen der Karten musste eingestellt werden, nachdem immer mehr Menschen die Ähnlichkeit zum Davidstern aufgefallen war. Es war das Symbol, das die jüdische Bevölkerung im Dritten Reich auf Armbinden tragen musste. Neben dem Namen gibt die Karte Auskunft über Allergien und Angehörige, die im Notfall benachrichtigt werden können.

“Ich bin schockiert” sagt ein Mitarbeiter des Rathauses. “Unsere eigentliche Absicht war es, eine Lösung zu finden, um Obdachlose identifizieren zu können. Ihnen werden oft ihre Papiere gestohlen. Es ist ein Angebot, keine Verpflichtung. Bisher waren die meisten zufrieden mit dem Ausweis.”

Die gelbe Farbe des Warndreiecks auf der Rückseite der Karte sei die offizielle Farbe der europäischen Rettungsdienste, hieß es. Die Ausgabe wurde bereits in der vergangenen Woche gestoppt. Bald soll es eine überarbeitete Version geben.