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Massenproteste gegen Polizeigewalt in den USA

Die tödliche Festnahme eines Schwarzen und der neuerliche Verzicht auf eine Anklage gegen den verantwortlichen weißen Polizisten haben in vielen

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Massenproteste gegen Polizeigewalt in den USA

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Die tödliche Festnahme eines Schwarzen und der neuerliche Verzicht auf eine Anklage gegen den verantwortlichen weißen Polizisten haben in vielen Orten der USA Proteste ausgelöst. In New York, Washington, Philadelphia und Atlanta gingen tausende Menschen auf die Straßen. Im New Yorker Stadtteil Staten Island hatte ein Polizist einen Schwarzen in den Würgegriff genommen. Der sechsfache Familienvater, der an Asthma erkrankt war, starb daraufhin später im Krankenhaus. “Justizministerium und Regierung sollten einsehen, dass unser System der “Grand Jury” nicht mehr funktioniert,” meinte der Bürgerrechtler Al Sharpton, “es reicht nicht aus, wenn es um Kriminalität und Tötungen geht, die im Zusammenhang mit Polizeigewalt stehen.” Die “Grand Jury” entscheidet im US-amerikanischen Justizsystem nicht über Schuld oder Unschuld, sondern nur darüber, ob in einem Fall Anklage erhoben wird oder nicht. Zuvor hatten schon die tödlichen Schüsse eines weißen Polizisten auf den Teenager Michael Brown im Staat Missouri für landesweite Empörung gesorgt und eine Debatte über Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA ausgelöst. Präsident Barack Obama sagte, dass zuviele Amerikaner das Jusitzsystem als unfair empfinden würden angesichts der großen Kluft zwischen den Ansprüchen an Gerechtigkeit und der alltäglichen Praxis. US-Justizminister Eric Holder kündigte gleichzeitig eine Bundesermittlung zum New Yorker Würgegriff-Fall an. Die Jury hatte ihre Entscheidung damit begründet, dass es keinen Anlass für die Erhebung einer Anklage gegen den Polizisten gebe.