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Wunderbar ironisch: Michael Keaton als gefallener Superheld "Birdman"

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Wunderbar ironisch: Michael Keaton als gefallener Superheld "Birdman"

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Mit seiner Darbietung als abgehalfterter Schauspieler, der einst als Superheld glänzte und nun um Anerkennung ringt, gilt Michael Keaton als potenzieller Oscar-Anwärter. Die abgedrehte Kunst-Satire “Birdman” ist bereits für sechs Independent Spirit Awards, zwei Gotham Awards und sieben Golden Globes nominiert. Weitere Nominierungen dürften folgen.

Für Keaton, der vor über 20 Jahren selbst den Superhelden “Batman” spielte, war das sicher keine leichte Rolle. Nach den größten Schwierigkeiten befragt, erinnert er sich vor allem an die langen Kameraeinstellungen, die ihm Einiges an Konzentration abverlangten.

Michael Keaton: “Alles musste perfekt sitzen. Jeder Schritt war genau vorkalkuliert. Man musste sich an einem ganz bestimmten Punkt der Szene aufstellen, den Text im richtigen Augenblick platzieren. Nicht nur wegen der anderen Mitspieler, sondern auch wegen des Toningenieurs und um dem Kameramann nicht in die Quere zu kommen, um im richtigen Moment die gewünschten Requisiten greifen zu können. Es war eine riesige und ziemliche beeindruckende Choreografie.”

Der Streifen von Alejandro González Iñárritu nimmt mit bitterbösem Humor das Film- und Theater-Milieu ins Visier.
Und schaut in die Abgründe des Schauspielerdaseins: gnadenlose Eitelkeit und ehrgeiziges Streben nach Rampenlicht.

Edward Norton etwa, als talentierter, aber total eingebildeter Schauspieler.

Edward Norton: “Ich glaube, es gibt nur wenige Filmemacher, die den Zuschauer am Ende eines Films mit offenen Fragen zurücklassen. Man tendiert dazu, alles beantworten zu wollen, denn es ist sicherer, die Leute mit dem Gefühl nach Hause zu schicken, dass sie alles verstanden haben. Leute mit einem Haufen Fragen im Kopf allein zu lassen, ist provokant und erscheint mir so viel reifer. Denn es geht nicht darum, dass sich die Zuschauer am Ende besser fühlen, sondern, sie zum Nachdenken anzuregen. Dieser Film gibt ganz bewusst Rätsel auf.”

Neben Michael Keaton und Edward Norton sind unter anderem Zach Galifianakis, Amy Ryan und Naomi Watts zu sehen. Auf die deutschsprachigen Leinwände kommt “Birdman” Anfang Februar.