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WISH-Gipfel diskutiert Innovationen im Gesundheitswesen

Die jüngsten bahnbrechenden Innovationen im Gesundheitswesen standen im Fokus des diesjährigen Weltgipfels der Innovationen für die Gesundheit

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WISH-Gipfel diskutiert Innovationen im Gesundheitswesen

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Die jüngsten bahnbrechenden Innovationen im Gesundheitswesen standen im Fokus des diesjährigen Weltgipfels der Innovationen für die Gesundheit WISH in Katar.
Dazu versammelten sich rund 1.000 Experten, Politiker und Führungskräfte aus mehr als 80 Ländern. Ziel ist es, konkrete Ansätze und Lösungen zu finden, um das weltweite Gesundheitswesen zu revolutionieren.

Lord Darzi of Denham, Vorsitzender des WISH-Gipfels: “Es geht nicht darum, was hier während dieser zwei Tage passiert, sondern welche Schritte nach WISH unternommen werden. Wer setzt die Ideen des Gipfels konkret zu Hause um.”

Zu den Hauptthemen gehörten die steigenden Behandlungskosten von Krebspatienten. Für die medizinische Versorgung von Krebskranken werden weltweit jährlich Hunderte Milliarden Euro ausgegeben. Laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums wird zudem die Zahl von Neuerkrankungen steigen von rund 13 Millionen auf 21,5 Millionen Patienten bis 2030. Unter Hochdruck werden neue Lösungsansätze gesucht, wie die Behandlungen erschwinglicher gestaltet werden können.

Robert Thomas, Berater der australischen Regierung erklärte: “Es wird mutmaßlich bei der Behandlung von Krebspatienten Geld verschwendet. Es gibt ein Problem bei den Diagnosen und der Überbehandlung von Betroffenen. Ein neuer Systemansatz könnte das Problem lösen. Das wäre für die Patienten besser und würde Geld sparen.”

Ein anderes Sorgenkind ist der Anstieg von Diabetikern weltweit – ausgelöst durch die Urbanisierung und die Verbreitung des westlichen Lebensstils. Obwohl es noch keine Heilung gibt, sagen Experten, dass die Erkrankung vermeidbar ist.

Experte Stephen Colagiuri von der Universität in Sydney: “Wir müssen die Versorgung von Diabetikern verbessern. Wir wissen, was zu tun ist, es ist nur eine Frage der Organisation des Gesundheitssystems. Wir müssen die Menschen aufklären, ob für sie ein erhöhtes Risiko, Diabetes zu bekommen, besteht oder ob sie vielleicht bereits Diabetes haben, und wir müssen dafür sorgen, dass sie gar nicht erst Diabetes bekommen.”

Chronische Erkrankungen nehmen stetig zu. Auf dem Gipfel wurden Lösungsansätze für eine weltweite Organisation des Gesundheitswesens diskutiert. Mehr als eine Milliarde Menschen haben immer noch keinen Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung. Ziel hier ist es, eine Gesundheitsfürsorge für alle zu garantieren.

Experte Donald M Berwick sagte: “Es sollte eine einzige Zentralstelle für die Finanzierung geben. Es gibt dafür verschiedene Wege, durch eine allgemeine Besteuerung, durch das Gesundheits- und Versicherungssystem. Man könnte auch eine verpflichtende Krankenversicherung im Sozialsystem einführen, die von verschiedenen Organisationen verwaltet wird. Das Kernkonzept sieht vor, niemanden auszulassen.”

Devi Shetty, Vorsitzender der Narayana Hrudayalaya-Krankenhäuser: “Steuergelder können nicht endlos für die Gesundheitsvorsorge eingesetzt werden, denn die Menschen werden immer älter, 95 oder auch 110 Jahre. Sie arbeiten dann ja nicht mehr. Der einzige Weg für eine nachhaltige Gesundheitsvorsorge ist, dass alle jeden Monat einen kleinen Betrag dafür ausgeben müssen.”

Neben Diskussionen erhielten auch Jungunternehmer die Chance, ihre Innovationen den Experten und Führungskräften zu präsentieren.

euronews-Korrespondentin Maha Barada zieht ein Fazit: “Diese Roboterhand ist eine bezahlbare Prothese, nur ein Beispiel von zahlreichen Innovationen, die auf dem Gipfel vorgestellt wurden. Ziel ist eine Reduzierung der Kosten bei gleichzeitiger Verbesserung der medizinischen Versorgung. Es sind Ideen, von denen sich viele hier erhoffen, dass sie den Zustand des globalen Gesundheitswesens verbessern können.”