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Die Narben vom Maidan-Massaker sind nicht verheilt

Der Unabhängigkeitsplatz in Kiew, der Maidan, war vor genau einem Jahr der Schauplatz einer Massendemonstration gegen den damaligen Staatspräsidenten Viktor Janukowitsch.

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Die Narben vom Maidan-Massaker sind nicht verheilt

Meinung

Ich habe noch alles, jede Geste, jeden Schritt, jedes Lächeln, jeden Satz vor mir

Der Unabhängigkeitsplatz in Kiew, der Maidan, war vor genau einem Jahr der Schauplatz einer Massendemonstration gegen den damaligen Staatspräsidenten Viktor Janukowitsch. Scharfschützen schossen in die Menge, rund hundert Menschen starben. Der Vorfall ist bis heute ungeklärt. In den Ukrainern lebt die Erinnerung an den 20. Februar weiter.

“Ein Jahr ist seither verstrichen. Wir haben gelernt, damit zurecht zu kommen, keinen Vater, keinen Ehemann mehr zu haben. Es scheint, als ob es gestern gewesen wäre. Ich habe noch alles, jede Geste, jeden Schritt, jedes Lächeln, jeden Satz vor mir”, erinnert sich Natalja Bojkiv, deren Mann auf dem Maidan erschossen wurde.

“Du lässt andere näher an Dich heran, weil sie neben Dir standen, als Du in Gefahr warst. Es gab so viele. Deshalb ist der Maidan anders als andere Plätze. Es war gefährlich aber gleichzeitig gab er Dir Kraft”, sagt Igor Kulchitski, der seinen Vater auf dem Maidan verlor.

Die Proteste, die im November 2013 begannen und am 20. Februar ihren blutigen Höhepunkt erlebten, führten zum Sturz von Janukowitsch. An seine Stelle trat eine EU-freundliche Führung unter Staatspräsident Petro Poroschenko.