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Ukraine-Agentur will den Teufelskreis durchbrechen

Eine Gruppe von Unternehmern und früheren europäischen Politikern will der urkainischen Wirtschaft aus der Krise helfen. Dafür sollen in den nächsten Jahren ausländische Investitionen in Höhe von 300

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Ukraine-Agentur will den Teufelskreis durchbrechen

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Um die ukrainische Wirtschaft vor dem Kollaps zu bewahren, wurde eine Gruppe aus ehemaligen internationalen Politikern und Unternehmern gebildet. Das Land steckte schon vor dem Konflikt in einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Jetzt sollen ausländische Investitionen in Milliardenhöhe helfen.
Die Ukraine befindet sich in einer paradoxen Situation. In der Krise braucht die Wirtschaft dringend Geld. Aber die Krise schreckt zugleich die Investoren ab.

Laurence Parisot, ehemalige Vorsitzenden der MEDEF (Mouvement des Entreprises de France) wirbt vor allem für die Menschen in der Ukraine:

“Die Stärke der Ukraine sind die Menschen. Die humanen Ressourcen sind fantastisch. Dort gibt es Talente mit einem außergewöhnlichen Bildungshintergrund.”

Der umstrittene ukrainische Unternehmer Dmytro Firtasch brachte in Wien die “Agentur zur Modernisierung der Ukraine” zusammen. Sie besteht aus früheren europäischen Politikern und prominenten Denkern, wie der Philosoph Bernard-Henri Lévy:

“Um eine blühende Wirtschaft aufzubauen, braucht es einen gesunden Unterbau. Es bedarf politischer und ethischer Wurzeln.”

Es geht der Gruppe nicht darum gegen die Anstrengungen der ukrainischen Regierung zu arbeiten, sondern mit ihr die Probleme der fehlenden Steuertransparenz, Schattenwirtschaft und Korruption anzugehen. Damit hat Polen bereits seine Erfahrungen gemacht, wie der frühere Premierminister Wlodzimierz Cimoszewicz berichtet:

“Neben notwendigen Regulierungen, Gesetzen und Institutionen ist es wichtig die ukrainische Bevölkerung von einer einfachen Sache zu überzeugen, die da heißt: ‘Ihr müsst nicht zahlen!’ Das ist einfach, aber die meisten Menschen glauben es noch immer nicht. Wenn die Mehrheit diesem Grundsatz folgt, ist das ein harter Schlag gegen Korruption.”

Wie es heißt, unterstützen die Präsidenten der Ukraine und Frankreichs die Bemühungen. Sind die Pläne erst einmal ausgearbeitet, sollen Finanzmittel gefunden werden. Lord Richard Risby, Vertreter der britischen Wirtschaftsförderung, signalisiert Unterstützung durch den britischen Premierminister. Die Ukraine kann also auf verlässliche Partner bauen.

Lord Richard Risby:

“Natürlich werden sie uns unterstützen. Ich habe mit dem Außenminister gesprochen. Man ist wegen der aktuellen Probleme sehr besorgt und daher werden sie helfen. Und ich möchte hinzufügen, dass das Gleiche für unsere amerikanischen Freunde gilt, mit denen ich ebenfalls in Kontakt stehe. Die Ukraine hat Freunde.”

300 Milliarden Dollars werden benötigt. Der frühere deutsche Finanzminister Peer Steinbrück soll die Bemühungen koordinieren, was seiner Ansicht nach keine leichte Aufgabe werden wird:

“Wir brauchen Kapital. Das ist die große Herausforderung. Der Internationale Währungsfond und die Europäische Union sind bereits Verpflichtungen eingegangen, die Ukraine zu unterstützen. Aber im Sinne eines ‘Marshall Plan’, wie es manche vielleicht nennen würden, reden wir über mehr Geld. Nicht in einem Jahr, aber in einigen Jahren.”

Ethik, Stabilität, Geduld, Schaffung sicherer Verhältnisse und Vorgehen gegen Korruption: das sind laut der Ukraine-Agentur die Rezepte, mit denen der Teufelskreis durchbrochen werden kann, in dem sich die ukrainische Wirtschaft momentan befindet.