Eilmeldung

Eilmeldung

Gravity: Die Entscheidungen sind vertagt - Spannung vor dem alpinen Finale

Die Wintersport-Saison geht bald zuende, die letzten Entscheidungen stehen an. Willkommen zu Gravity, wir blicken nach Kranjska Gora, wo Henrik

Sie lesen gerade:

Gravity: Die Entscheidungen sind vertagt - Spannung vor dem alpinen Finale

Schriftgrösse Aa Aa

Die Wintersport-Saison geht bald zuende, die letzten Entscheidungen stehen an. Willkommen zu Gravity, wir blicken nach Kranjska Gora, wo Henrik Kristoffersen den Slalom gewonnen hat. Sein zweiter Saisonerfolg:

Der 20-jährige Norweger ließ die Routiniers gekonnt hinter sich.
Die tiefen Furchen im Schnee irritierten den Junioren-Doppelweltmeister wenig. Da hatte so manch ein alter Hase enorme Schwierigkeiten, auf der Ideallinie zu bleiben. Auffallend ist die ausgeprägte Technik und das Feingefühl von Henrik Kristoffersen im Slalom.
24 Hundertstel dahinter landete Giuliano Razzoli auf Rang zwei. Besonders der zweite Lauf gelang dem italienischen Slalom-Olympiasieger von 2010 gut. Allerdings fuhr er etwas zu verhalten. Zwischen den Stangen konnte er nur mäßig Geschwindigkeit aufbauen.
Marcel Hirscher oder Felix Neureuther? Die Entscheidung, wer sich die Kristallkugel im Slalom schnappt, ist vertagt worden. Neureuther fuhr zu vorsichtig, Marcel Hirscher kam trotz eines Fast-Ausfalls im ersten Lauf noch auf Rang sechs. 55 Punkte fehlen ihm auf Neureuther.

Mit ihrem überragenden Sieg beim Riesenslalom in Åre hatte Anna Fenninger auch die Führung im Gesamt-Weltcup übernommen. Konkurrentin Tina Maze enttäuschte auf Rang 20 und konzentriert sich auf den Slalom:

Es ist auch ihre Lockerheit, die Anna Fenninger diese Saison so stark macht. Die 25-jährige Salzburgerin stellt sich perfekt auf die Rennen ein, lässt sich von nichts und niemand ablenken. Physisch ist sie stärker als Tina Maze. Die Slowenin wirkt gegen Ende der langen Saison ausgelaugt und müde. Fenninger führt mit 30 Punkten vor Maze im Gesamt-Weltcup.

Mit dem Frühling schmilzt der Schnee und die Bedingungen ändern sich gewaltig. Für die Athleten und auch ihr Material. Frank Piccard erklärt uns das Wichtigste:

Die Art auf Schnee- oder Kunstschnee zu fahren ist eigentlich sehr ähnlich. Aber das Gefühl ist komplett anders. Vor allem auf Kunstschnee hat man viel Gripp. Er ist rau, man hat einen guten Halt auf diesem Untergrund. Du spürst das enorme Rattern in deinen Knien, wenn Du darüber fährst. Im Frühjahr wird der Schnee nass und schwer. Manchmal ist es richtige Schmierseife. Hier gilt es seinen Fahrstil sinnvoll anzupassen. Die Unterschiede muss man einfach lernen und dafür viel üben.

Frank Piccard hat uns als Experte die Saison über begleitet und so manches Geheimnis gelüftet. Danke dafür und deshalb blicken wir auf ihn zurück:

Olympia 1992. Es war der 9. Februar. Auf den Franzosen wartete die Abfahrt. Extrem steil und kurvig die Strecke in Val-d’Isère. Piccard, Wochen zuvor völlig von der Rolle, wollte es allen zeigen. 1000 Meter Höhenunterschied, Piccard ging ans Limit. Fünf Hundertstel fehlten ihm damals zum Sieg. Geschlagen nur von Patrick Ortlieb aus Österreich. Piccard strahlte: “Diese Silbermedaille war einer meiner größten Coups.”

Das alpine Finale ist kommendes Wochenende in Méribel in Frankreich. Wir sind dabei. Genießen Sie jetzt Impressionen aus Kransjka Gora und Åre in it`s snowtime: