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Yuja Wang - die junge Wilde am Klavier

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Yuja Wang - die junge Wilde am Klavier

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Die Pianistin Yuja Wang hat im Wiener Konzerthaus, begleitet vom Tonhalle-Orchester Zürich und unter der Leitung des Dirigenten Lionel Bringuier

Die Pianistin Yuja Wang hat im Wiener Konzerthaus, begleitet vom Tonhalle-Orchester Zürich und unter der Leitung des Dirigenten Lionel Bringuier, Prokofjews Klavierkonzert Nr. 2 gespielt und das Publikum verzaubert. Sie erzählt: “Ich fühle mich Prokofjew nahe, denn er ist sehr frech, sehr sarkastisch und bissig. Er ist antiautoritär und das liebe ich. Ich kenne seinen Enkel. Er lebt in London, er ist DJ und Komponist.”

Meinung

Es geht nicht darum keine Note zu verfehlen, ich bin schließlich keine Maschine, sondern darum, eine Art Ekstase zu erreichen.

Das Klavierkonzert Nr. 2 bedeutet ihr sehr viel: “Als ich es zum ersten Mal gehört habe, war ich glaube ich 14 Jahre alt. Und ich erinnere mich, dass mich dieses wirklich kraftvolle, gefühlvolle und intensive Stück mitgenommen hat. Es ist sehr dicht. Es gibt keine Note zuviel und ich glaube jede Note hatte für Prokofjew, der eine sehr konfliktreiche Persönlichkeit war, eine Bedeutung.”

Die Musik regt ihre Fantasie an. Während sie spielt, stellt sie sich eine Hexe vor. “Es gibt ganz viel Rauch, Farben und Feuerkörper. Ich glaube für mich ist es wirklich dunkel, fast wie ein Trugbild. Es ist psychologisch wirklich sehr mächtig, fast schon beunruhigend. Aber ich liebe es!” so Yuja.

Auf die Frage welcher Satz dieses verteufelt schwierigen Stückes sie am meisten einschüchtert.
Antwortet sie lachend: “Alle Sätze? Was furchteinflössend ist, ist die Ausdauer, die man benötigt. Physisch und psychologisch, denn von Anfang bis zum Ende gibt es keine Pause.”

Doch in Yujas Leben gibt es nicht nur Prokofjew und die Musik: “Ganz wichtig sind meine Freunde, Essen, und Schokolade!” Sie fügt hinzu: “Wir alle streben Perfektion an, es geht nicht darum keine Note zu verfehlen, ich bin schließlich keine Maschine, sondern darum, in eine Art Ekstase zu kommen. Es ist etwas, das die Menschen berührt. Die Musik ist so mächtig, dass sie das ganze Publikum mitreißt. Das ist es, was wir erreichen wollen. Und aus diesem Grund fliege ich in der Früh irgendwohin, um dann am Abend zu spielen! Und für mich lohnt es sich natürlich auch!”

Yuja Wang wird am 24. und 26. Juni bei den Festspielen Zürich mit dem Tonhalle-Orchester Zürich und unter der Leitung des Dirigenten Gustavo Dudamel spielen:

Richard Wagner, Vorspiel und Liebestod, von “Tristan und Isolde”

Richard Strauss, Tod und Verklärung op. 24

Pjotr I. Tschaikowsky, Klavierkonzert Nr. 1 in B Minor