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Jemen: Huthi-Rebellen rücken auf Aden vor

Der Konflikt im Jemen weitet sich aus: Anhänger des vertriebenen Präsidenten Hadi konnten offenbar Huthi-Rebellen vom Vormarsch auf Aden abhalten.

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Jemen: Huthi-Rebellen rücken auf Aden vor

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Im Jemen haben Bewohner vor den Toren der Stadt Tais gegen den Vormarsch der Huthi-Miliz protestiert. Die schiitischen Rebellen hatten dort am Samstag den Flughafen, eine Militärbasis sowie mehrere Verwaltungsgebäude unter ihre Kontrolle gebracht. Sie rücken nun weiter auf die Küstenstadt Aden vor. Dort hält sich Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi auf, den die Huthi-Miliz im Februar aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben hatte. Dessen Anhänger konnten die Angreifer bisher offenbar von Aden abhalten. Hadi hatte die Stadt in der vergangenen Woche zur vorläufigen Hauptstadt ernannt.

Der Konflikt im Jemen dauert bereits seit einigen Monaten an. Die schiitischen Huthi-Rebellen kontrollieren weite Teile im Norden des Landes. Als sie die Hauptstadt Sanaa im Februar einnahmen, stürzten sie Präsident Hadi und erklärten das Parlament für aufgelöst. Sie erhalten offenbar Unterstützung vom Militär, das zum Teil dem vor drei Jahren entmachteten Präsidenten Ali Abdallah Saleh weiter treu ist.

In Riad kündigte der saudische Außenminister Prinz Saud al-Faisal an, dass die arabischen Länder notwendige Maßnahmen gegen den Angriff der mit dem Iran verbündeten Huthis ergreifen würden, sollte ein friedliche Lösung scheitern. Der von Saudi-Arabien anerkannte jemenitische Präsident Hadi hatte zuvor die Golfstaaten um Unterstützung in dem Konflikt gebeten.

Bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York, warnte der Sondergesandte für den Jemen, Jamal Benomar, vor einem Bürgerkrieg: “Keine Seite ist stark genug, um den Gegner zu schlagen und das Land vollständig unter seine Kontrolle zu bringen. Es droht ein langwieriger Konflikt in der Art eines Irak-Libyen-Syrien-Szenarios”, so Benomar. Die Vereinten Nationen forderten ein Ende der Gewalt in dem arabischen Land.

Auch der Gouverneur von Aden warnte vor einem Bürgerkrieg und schloss nicht aus, dass Aden das gleiche Schicksal bevorstehen könnte, wie Sanaa.

Der Konflikt im Jemen ist mitterweile auch zur Bühne anderen Extremistengruppen geworden. Am Freitag waren in Sanaa bei Selbstmordanschlägen auf zwei vor allem von Huthis beuschte Moscheen mehr als 130 Menschen getötet worden. Die sunnitische Miliz Islamischer Staat, die weite Teile Syriens und des Iraks kontrolliert, bekannte sich zu den Attentaten.