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Qaestor-Skandal in Ungarn: Opposition wirft Orban Insiderhandel vor

Ein Skandal um den Kollaps einer weiteren Investmentfirma bringt die ungarische Regierung in Bedrängnis. Der Vorwurf lautet auf Insiderhandel. Im

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Qaestor-Skandal in Ungarn: Opposition wirft Orban Insiderhandel vor

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Ein Skandal um den Kollaps einer weiteren Investmentfirma bringt die ungarische Regierung in Bedrängnis. Der Vorwurf lautet auf Insiderhandel.

Im Mittelpunkt des Skandals steht die Firma Qaestor, die vor einigen Wochen bankrott anmelden musste. Ihr Chef wurde wegen Betrugsverdacht verhaftet, der Schaden soll sich auf bis zu eine halbe Milliarde Euro belaufen. Es war der dritte derartige Fall innerhalb weniger Wochen.

Die ungarische Regierung, die gute Kontakte zu Qaestor hatte, zog ihr Geld noch rechtzeitig ab. Eigenen Angaben zufolge wies Ministerpräsident Viktor Orban seine Ministerien zwei Tage vor dem Bekanntwerden des jüngsten Skandals an, alle Gelder von Fonds wie Qaestor abzuziehen.

Die Orban-Regierung spricht von gewissenhafter Regierungsarbeit – die Opposition und private Geldanleger, die nicht gewarnt wurden, hingegen von Insiderhandel. Sie fordern den Rücktritt Orbans.

“Die Regierung hat das Geld ihrer Verbündeten und der Ministerien in Sicherheit gebracht aber die Bürger im Stich gelassen”, so Sozialisten-Chef József Tóbiás. “Orban hat seine Kompetenzen missbraucht, er hat kein Recht mehr Ministerpräsident zu sein und sollte deshalb zurücktreten.”

Private Investoren klagen, die Regierung habe sie ins offene Messer laufen lassen. István Kálmán-Pikó vertritt eine Interessengemeinschaft privater Investoren, die ihr Geld bei Qaestor verloren.

“Bisher haben wir keine Klarheit darüber, wer wirklich verantwortlich ist. Aber die Liste mit Namen wird jeden Tag länger”, sagte Kálmán-Pikó. “Wir beobachten die Situation mit Hilfe von Rechtsexperten genau, um in den kommenden Tagen festzustellen, wer angeklagt werden muss.”

euronews-Reporter Attila Magyar aus Budapest: “Während der Qaestor-Skandal immer höhere politische Ebenen erreicht, haben die geschädigten Bürger immer noch keine sicheren Informationen über ihr Geld, darüber ob sie jemals wieder Zugang zu ihrem Eigentum haben werden, und falls ja, ob sie all ihr Geld zurück bekommen oder nicht.”