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Prozessauftakt um Katastrophe in Zeche: Wut und Trauer in der Türkei

Mit Tumulten hat der Prozess um das schwerste Grubenunglück in der Geschichte der Türkei mit 301 Todesopfern begonnen. Wegen Platzbeschränkungen im

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Prozessauftakt um Katastrophe in Zeche: Wut und Trauer in der Türkei

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Mit Tumulten hat der Prozess um das schwerste

Meinung

Was sollen wir schon tun? Sie erhängen?

Grubenunglück in der Geschichte der Türkei mit 301 Todesopfern begonnen.

Wegen Platzbeschränkungen im Gerichtssaal kam es in der Stadt Akhisar laut einem Zeitungsbericht zu Protesten von Angehörigen der Opfer.

Für sie ist der Verlust auch knapp ein Jahr nach dem Unglück noch gegenwärtig:

“Unsere Schmerzen lassen sich nicht in Worte fassen. Ich habe noch einen Sohn, der unter Tage arbeitet. Er geht jeden Tag arbeiten und ich habe jeden Tag Angst um ihn. Ich muss täglich mit schlechten Nachrichten rechnen.”

Ein anderer Angehöriger sagte:

“Ich fordere auch die Bestrafung des für die Sicherheit in der Mine zuständigen Inspektors. Es ist eine Schande. Vier Kinder warten zuhause auf ihren Vater. Was soll ich ihnen sagen?”

Insgesamt müssen sich 45 Angeklagte für das Unglück in der Zeche von Soma verantworten.

Ein Angehöriger eines Opfers verlangte:

“Die Schuldigen sollten sich hier zeigen. Warum bringen ihre Anwälte sie nicht hierher? Was sollen wir schon tun? Sie erhängen? Ich will wissen, was sie zu ihrer Verteidgung zu sagen haben.”

Dem Chef der Betreibergesellschaft der Zeche und sieben weiteren Angeklagten drohen lebenslange
Haftstrafen. Ihnen wird unter anderem Totschlag vorgeworfen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass ein Brand im Stollen die Katastrophe ausgelöst hat. Die
Betreibergesellschaft und die Regierung weisen jede Verantwortung für das Unglück von sich.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte gefordert, dass die Rolle der Regierung wegen der Blockierung von Verfahren gegen staatliche Mitarbeiter untersucht werden müsse