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Ungarn: Tausende gedenken der Holocaust-Opfer - scharfe Kritik an Jobbik

Mehrere zehntausend Menschen haben in Budapest am “Marsch der Lebenden” teilgenommen. Die Kundgebung findet alljährlich zum Gedenken an die Opfer des

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Ungarn: Tausende gedenken der Holocaust-Opfer - scharfe Kritik an Jobbik

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Mehrere zehntausend Menschen haben in Budapest am “Marsch der Lebenden” teilgenommen. Die Kundgebung findet alljährlich zum Gedenken an die Opfer des Holocaust statt. Der Marsch führte in diesem Jahr von der Großen Synagoge, Europas größtem jüdischen Gotteshaus, zum Heldenplatz.

Viele Redner gingen auf den wachsenden Antisemitismus in der Welt ein. In Ungarn ist die rechtsextreme Partei Jobbik laut Umfragen derzeit zweitstärkste Kraft.

“Ich habe beide Lager überlebt, Auschwitz-Birkenau und Dachau, ich war dort jeweils vier Monate”, so ein Holocaust-Überlebender. “Das hat mich so sehr geprägt, dass ich immer beim Marsch der Lebenden dabei bin, auch als ehrenamtlicher Helfer.”

Jeder dritte in Auschwitz ermordete Jude stammte aus Ungarn.

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, kritisierte die rechtsextreme Partei Jobbik scharf. Diese befördere Hass.
Die Partei besetze Themen, zu denen Fidesz und die Sozialisten schwiegen, so Lauder. Dies sei ein gefährliches Spiel. Das sei genauso, wie in der Vergangenheit. Auch da seien rechte Parteien erstarkt und kaum waren sie an der Macht, hätten sie alles verändert.

Die Euronews-Reporterin berichtet: “Hunderttausende Ungarn wurden Opfer des Holocaust. Das ist vermutlich auch der Grund, warum so viele Menschen geschockt sind über die jüngsten Umfragen, denen zufolge der Antisemitismus in Ungarn weiter wächst, besonders in Budapest.”