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Flüchtlingstragödie im Mittelmeer: Erneut Boote in Seenot

Die Flüchtlingstragödie im Mittelmeer nimmt immer größere Ausmaße an. Auch an diesem Montag gerieten wieder Flüchtlingsboote in Seenot. Am Sonntag

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Flüchtlingstragödie im Mittelmeer: Erneut Boote in Seenot

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Die Flüchtlingstragödie im Mittelmeer nimmt immer größere Ausmaße an. Auch an diesem Montag gerieten wieder Flüchtlingsboote in Seenot. Am Sonntag war vor Libyen ein überfülltes Schiff gesunken. Es werden mehr als 900 Tote befürchtet, sagte Maltas Premierminister Joseph Muscat. Ein Flüchtling, der sich an Bord befand, hatte berichtet, zahlreiche Menschen seien von Schleusern unter Deck eingesperrt worden.

Sarah Tyler, Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation, sagt: “Im Laufe der vergangenen Woche sind Tausende im Mittelmeer ertrunken – fast so viele wie auf der ‘Titanic’ umkamen und 31 Mal mehr als bei der Havarie der ‘Costa Concordia’ starben. Dies ist eine Tragödie, die nicht passieren müsste, wenn die EU ihre Such- und Rettungsmission wieder eingesetzt hätte.”

“Das ist keine einfache Reise, sie birgt großes Risiko. Dieses Risiko einzugehen, ist nicht leicht. Meinen Brüdern und Schwestern, die ich zurückgelassen habe, würde ich raten, zu Hause zu bleiben, denn die See ist sehr gefährlich, die Überfahrt ist ein großes Risiko”, meint Saikou Jallow aus Ghana, der selbst die Überfahrt wagte und jetzt für eine Wohltätigkeitsorganisation arbeitet.

Vor der griechischen Insel Rhodos lief an diesem Montag ein mit fast 100 Flüchtlingen besetztes Holzboot auf einen Felsen auf und zerschellte. Die Menschen trieben an Wrackteile geklammert im Meer, die Küstenwache zog 93 Flüchtlinge an Land, für drei Menschen kam jede Hilfe zu spät.