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Umwelt in Europa: Was verbessern? #earthday

Wer Twitter nutzt, hat es wohl schon bemerkt: Am 22. April ist “Earth Day”, der Tag der Erde, der dem Zusammenleben von Umwelt und Menschheit

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Umwelt in Europa: Was verbessern? #earthday

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Wer Twitter nutzt, hat es wohl schon bemerkt: Am 22. April ist “Earth Day”, der Tag der Erde, der dem Zusammenleben von Umwelt und Menschheit gewidmet ist. 1970 von den Vereinten Nationen ausgerufen, wird er inzwischen jährlich in den meisten Ländern der Welt begangen.

Die Organisatoren jedoch wollen deutlich mehr Bewusstsein unter die Leute bringen, als nur einen trendenden #earthday-Hashtag. Euronews sprach mit dem Europäische Umweltbüro (EEB), um herauszufinden, was aus Sicht der EEB-Umweltschützer in Europa am dingendsten verbessert werden sollte.

1. Problem: Luftverschmutzung

Laut dem EEB sterben jedes Jahr immer noch bis zu 400.000 Europäer an den Folgen schmutziger Luft. Mehr als 90 Prozent der Stadtbewohner sind Verschmutzungswerten ausgesetzt, die über den empfohlenen Obergrenzen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegen.

Seit den 1970ern habe sich zwar sehr viel verbessert. Das anvisierte Ziel dürfte der aktuellen Entwicklung nach aber auch 2030 noch nicht erreicht sein.

Trotz des Sparpotentials – allein gesundheitsbedingt entstehe jährlich ein Schaden von rund 20 Milliarden Euro – haben die Regierungen kaum weitere Vorgaben angestoßen. Für Verbesserungen seien zuletzt vor allem die Städte in Eigenregie verantwortlich gewesen.

2. Problem: Der Klimawandel

Hier biete sich Europa eine gute Gelegenheit: Das Thema Energiesicherheit sei eine Chance, die Abhängigkeit von Russland gezielt durch mehr Energieeffizienz zu verringern, so das EEB. Energieeinsparung sei bei weitem das beste Gegenmittel.

Zweitens sei es extrem wichtig, der Klimanwandelkonferenz Ende des Jahres endlich zu einem Erfolg zu verhelfen.

3. Problem: Schädliche Handels- und Investitionsabkommen

Das von der Wirtschaft angestrebte TTIP-Abkommen mit den USA sieht auch das EEB kritisch. Sorgen macht sich das Büro dabei hautpsächlich wegen der angedachten Schiedsgerichte, die Konzernen Klagerechte und Entschädigungsansprüche wegen staatlicher Entscheidungen einräumen.

Die Klausel könnte es internationalen Konzernen erlauben, den souveränen Willen der europäischen Demokratien für Geschäftsinteressen zu untergraben, beispielsweise bei den Umweltauflagen, so das EEB.

4. Problem: Die Schaffung einer Recyclingwirtschaft

Das EEB fordert eine sogenannte kreisförmige Wirtschaft, die entscheidend zur Rohstoff- und Abfalleinsparung beitragen würde.

Einen Entwurf der Idee hatte die EU-Kommission bereits vorgelegt, dann aber zurückgezogen und ein besser ausgearbeitetes Konzept versprochen.

Auch hier locken laut EEB geldwerte Einsparungen in Höhe von 72 Milliarden Euro und 400.000 neue Jobs. Statt dessen landeten verarbeitete Rohstoffe in Produkten weiterhin nach 10 bis 15 Jahren auf dem Müll.

5. Problem: Die Bedrohung der Biodiversität

Laut dem EEB sind hier vor allem Überfischung, nicht nachhaltige Landwirtschaftsmethoden und die Luftverschmutzung die Ursachen. Zusammengenommen führten sie zu einer kontinuierlichen Abnahme der Vielfalt in europäischen Ökosystemen.

Leicht nachvollziehbar sei das beim Wasser: Nur etwa die Hälfte aller Gewässer in Europa gelten 2015 als in gutem Zustand. Schlimm sehe es auch vor den Küsten aus.

Mit der Vielfalt nehme auch die Widerstandskraft und allgemeine Gesundheit der Natur ab – ein Szenario, dass sich Europa, angesichts der erwarteten Klimaerwärmung, nicht leisten könne.