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European Lab: Wie geht's (weiter mit) Europas Kunst?

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European Lab: Wie geht's (weiter mit) Europas Kunst?

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Les nuits sonores in Lyon bieten alljährlich die Gelegenheit, neuen musikalische Trends nachzuspüren und vor allem, sich zu amüsieren. Gleichzeitig

Les nuits sonores in Lyon bieten alljährlich die Gelegenheit, neuen musikalische Trends nachzuspüren und vor allem, sich zu amüsieren. Gleichzeitig gibt es während des Festivals auch eine Art Denkwerkstatt zum Thema Kultur und Medien. Das Forum European Lab ging gerade in Lyon über die Bühne.

Meinung

Der Osten hatte seine eigene Ästhetik.

Wie können künstlerische Ambitionen vor dem Hintergrund von Budgetstreichungen umgesetzt werden? Wie wird der künstlerische Bereich in den kommenden Jahren aussehen? Dies sind nur einige der Fragen, auf die man beim European Lab Antworten finden wollte.”

Unter den zahlreichen Gästen war auf die polnische Journalistin Agata Pyzik. Sie sieht die derzeitige Lage sehr kritisch. “Die Probleme heute sind zum Beispiel die Globalisierung und Homogenisierung, der Kommerz und neue Medienkanäle, die zwar die Veröffentlichung von Kunst vereinfachen, gleichzeitig aber das Leben der Künstler erschweren, ohne das Geld. Der kulturelle Prozess bewegt sich dorthin, wo das Geld ist. Und so ziehen viele junge Leute eine Karriere im Kunstbereich nicht einmal mehr in Betracht.”

Agata Pyzik arbeitet in London. 2014 veröffentlichte sie ihr Buch “Poor but Sexy” über den kulturellen Zusammenstoß zwischen Ost- und Westeuropa. Vor 1989, vor der Wende, so sagt sie, habe es mehr kulturelle Vielfalt gegeben.

Pyzik: “Auch wenn die Kunst im Osten einigen künstlerischen Entwicklungen des Westens gefolgt sein mag, so fand sie in der Vergangenheit doch ihre eigenen Lösungen und eine eigene Ästhetik. Und diese Ästhetik war auch Resultat der Ideen des Sozialismus und der Sozialdemokratie, die von der Welt verschwunden sind. Für Kunst und Kultur bedeutete das öffentliche Finanzierung und eine gewisse Unabhängigkeit. Kunst musste nichts verkaufen, sie musste nur gut sein.”

Finanzierungsschwierigkeiten kennt auch der Serbe Relja Bobic. In Belgrad hat er gemeinsam mit 25 Privatunternehmen ein kulturelles Gründerzentrum namens Nova Iskra auf die Beine gestellt.

Relja Bobic: “Es ist sehr wichtig, lokal vernetzt zu sein, der eigenen künstlerischen und kreativen Community zuzuarbeiten und in ihr tätig zu sein. Ich denke, dafür müssen die einzelnen Teilnehmer offener für die Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche sein.”

Die Diskussionen des Forums mit seinen 14 Konferenzen und 10 Workshops können Sie in Podcasts nachhören auf der Website Europeanlab.com.