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Ecuador: Massenproteste gegen Regierung von Präsident Correa

Die Regierungsproteste in Ecuador gehen in die dritte Woche. Für Unmut sorgen vor allem die geplanten Steuerreformen.

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Ecuador: Massenproteste gegen Regierung von Präsident Correa

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Mehrere Tausend Menschen haben in Ecuador gegen die Politik von Präsident Rafael Correa protestiert. Für Unmut sorgen vor allem die geplanten Steuerreformen der Regierung.

Meinung

In Lateinamerika sind wir Experten für Krisen.

In Ecuadors größter Stadt Guayaquil wurden die Proteste von Bürgermeister und Oppositionsmitglied Jaime Nebot angeführt. Vor den Menschenmassen erklärte er, das Land ginge durch eine schwierige Phase, sowohl politisch als auch ideologisch. Er beschrieb die Situation als “Klassenkampf”.

Am Donnerstag kam es zu Massenprotesten in der Hauptstadt Quito und in anderen Städten. Die ersten Demonstrationen vor etwa drei Wochen wurden über soziale Netzwerke organisiert, jetzt beteiligen sich immer mehr Gewerkschaften, indigene Völker und soziale Akteure.

Im ecuadorianischen Fernsehen hatte Präsident Correa sich Anfang der Woche bereit erklärt, eine Volksbefragung zu den strittigen Steuerreformen zu machen. Die geplante Erbschaftssteuer betreffe lediglich 0,1 Prozent der Bevölkerung. Ecuadors Wirtschaft, die bisher von hohen Ölpreisen profitierte, verzeichnet derzeit Einnahmeeinbußen von rund 50 Prozent.

Seine Politik habe zum Ziel, mehr Gerechtigkeit zu schaffen, so Correa.
Im euronews-Interview erklärte Ecuadors Präsident: “In Lateinamerika sind wir Experten für Krisen. Wir haben sie alle schon erlebt und beobachten jetzt mit Besorgnis, wie Europa die gleichen Fehler begeht – wie im Fall von Griechenland”.