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Burundi wählt: Gewaltausschreitungen in Bujumbura

Die Präsidentschaftswahl in Burundi wird von Gewaltausschreitungen überschattet. In der Hauptstadt Bujumbura berichteten Augenzeugen von Explosionen

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Burundi wählt: Gewaltausschreitungen in Bujumbura

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Die Präsidentschaftswahl in Burundi wird von Gewaltausschreitungen überschattet. In der Hauptstadt Bujumbura berichteten Augenzeugen von Explosionen und Schüssen. Nach Angaben der Regierung gab es mindestens zwei Tote: einen Polizisten und einen Zivilisten. Auch in der Nacht vor der Wahl kam es zu Gewalt in den Straßen Bujumburas.

Seit April protestieren Regierungsgegner gegen die geplante dritte Amtszeit von Präsident Pierre Nkurunziza. Dabei kamen rund 100 Menschen ums Leben. Burundi erholt sich gerade erst von einem Bürgerkrieg, der 2005 zu Ende ging und rund 300.000 Menschenleben forderte.

Für viele Wähler ist daher das Thema Sicherheit besonders wichtig: “Von der Person, die ich heute wähle, erwarte ich, dass sie für meine Sicherheit sorgt und das Land stabilisiert. Die Bevölkerung muss geschützt und ihre Sicherheit garantiert werden.”

3,8 Millionen Bürger sind für die Wahl registriert und können in rund 11.500 Wahlstationen ihre Stimmzettel abgeben. Neben dem amtierenden Präsidenten treten drei Bewerber an, die alle mit der Regierungspartei verbündet sind. Nkurunzizas Wiederwahl gilt als sicher.

Kritiker und Opposition werfen dem 51-Jährigen vor, dass eine dritte Amtszeit laut Verfassung verboten sei. Doch der Präsident argumentiert, er sei beim ersten Mal nicht vom Volk, sondern vom Parlament gewählt worden. Anfang Mai bestätigte ihn darin das Verfassungsgericht.

Yolande Bouka vom Institute for Security Studies warnt vor einer Ausuferung der Gewalt: “Am stärksten Besorgnis erregt die Tatsache, dass die bewaffnete Opposition jetzt einen Aufstand gegen die Regierung startet. Sollte das Militär oder die burundische Armee sich spalten, oder sollten sich einige ihrer Mitglieder den Aufständischen anschließen, dann könnte es in Burundi zu einer Eskalation kommen und gegebenenfalls zum Ausbruch eines ganzen Bürgerkriegs”.