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"Das griechische Steuersystem muss reformiert werden" - Ein Gespräch mit dem Experten André Sapir -

Über die Entscheidung des Parlaments in Athen und die möglichen Folgen sprachen wir mit dem Experten André Sapir von der Brüsseler Denkfabrik

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"Das griechische Steuersystem muss reformiert werden" - Ein Gespräch mit dem Experten André Sapir -

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Über die Entscheidung des Parlaments in Athen und die möglichen Folgen sprachen wir mit dem Experten André Sapir von der Brüsseler Denkfabrik Bruegel.

euronews:
“Herzlich willkommen bei euronews. Das griechische Parlament hat einigen Reformen zugestimmt. Was bedeutet das für Europa?”

André Sapir:
“Zusammen mit den bereits in der vergangenen Woche verabschiedeten Reformen wird damit der Weg für Verhandlungen zwischen der Athener Regierung und den Gläubigerstaaten frei. Sie könnten Ende August abgeschlossen werden.”

euronews:
“Die schmerzlichsten Maßnahmen stehen aber noch aus. Wird Tsipras dafür eine Mehrheit bekommen?”

André Sapir:
“Es bleibt abzuwarten, was die Verhandlungen mit sich bringen werden. In Griechenland sowie in einigen der Gläubigerstaaten bedarf es Anfang September der Zustimmung durch die Parlamente. Ich hoffe, dass es eine ausgewogene Vereinbarung geben wird. Wir werden sehen, auf welchen Sparmaßnahmen die Gläubiger bestehen und was sie für das Wachstum vorschlagen werden. Auch wird man über eine Schuldenerleichterung für Griechenland reden müssen.”

euronews:
“Doch weder das griechische Volk noch die Regierung wollen das Reformpaket. Wie soll das funktionieren?”

André Sapir:
“Es stimmt, dass der Ministerpräsident im Parlament wiederholt gesagt hat, er wolle das Paket nicht. Ich denke, dass es von Nutzen sein kann. Es enthält Maßnahmen, die Griechenland umsetzen muss, wenn es in der Eurozone bleiben will. Darüber gibt es keine Zweifel. Die Arbeitsweise der Regierung, das Steuersystem müssen reformiert werden. Das Rentensystem muss ebenfalls reformiert werden. Was Griechenland zur Zeit aber nicht gebrauchen kann, sind weitere Sparmaßnahmen. Es wird nicht einfach sein, die in dem Paket enthaltenen Reformen allmählich umzusetzen und dafür zu sorgen, dass das Wachstum in Griechenland nicht weiter schrumpft. Tritt das aber ein, wird das Parlament einer Vereinbarung nicht zustimmen, was für Griechenland schlimm wäre.”