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Kehrtwende in Ankara: Türkei gestatten USA Nutzung des Luftwaffenstützpunktes Incirlik

Im Kampf gegen die IS-Miliz in Syrien gestattet die Türkei den USA nach langem Zögern die Nutzung des strategisch wichtigen Luftwaffenstützpunktes

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Kehrtwende in Ankara: Türkei gestatten USA Nutzung des Luftwaffenstützpunktes Incirlik

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Im Kampf gegen die IS-Miliz in Syrien gestattet die Türkei den USA nach langem Zögern die Nutzung des strategisch wichtigen Luftwaffenstützpunktes Incirlik. Damit kann Washington Stellungen der Miliz in Nordsyrien effektiver angreifen und auch Kampfhubschrauber einsetzen. Die Türkei, die eine 900 Kilometer lange Grenze mit Syrien hat, flog zudem erstmals eigene Luftschläge im Norden des Nachbarlands. Dem Militär zufolge wurden dabei über 30 Kämpfer getötet.

Die Kehrtwende kam nach Gefechten zwischen Kämpfern der IS-Miliz und türkischen Soldaten an der Grenze bei Kilis, bei denen nach Angaben des türkischen Militärs ein Soldat getötet wurde. Zu Beginn der Woche starben 32 Menschen bei einem mutmaßlichen Anschlag der Islamisten im grenznahen Suruc.

Zeitgleich mit den Militärschlägen gingen Sicherheitskräfte in Istanbul und anderen Städten mit Razzien gegen mutmaßliche Anhänger der IS-Miliz und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vor. Offiziellen Angaben zufolge gab es etwa 300 Verhaftungen. Eine linksextreme Aktivistin wurde türkischen Medien zufolge bei einem Feuergefecht getötet.

Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte, es werde weitere Aktionen geben. Die Luftschläge gegen die IS-Kämpfer in Nordsyrien seien ein erster Schritt. Bisher hatte Ankara nur wenig gegen die Islamisten unternommen, laut Beobachtern unter anderem weil diese das Assad-Regime in Syrien schwächen.