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Gold-Crash: Die Krisenwährung in der Krise

Gold glänzt nicht mehr Es war eine schwierige Woche für den Goldpreis. Am 20. Juli rutschte er auf ein Fünfjahrestief. Auslöser war die offizielle

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Gold-Crash: Die Krisenwährung in der Krise

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Gold glänzt nicht mehr

Meinung

Wir empfehlen unseren Kunden immer vielseitige Investements zu haben und sich nicht auf einen Markt oder eine Anlage zu konzentrieren

Es war eine schwierige Woche für den Goldpreis. Am 20. Juli rutschte er auf ein Fünfjahrestief. Auslöser war die offizielle Bekanntgabe der Goldreserven des chinesischen Staates. Diese sind in den vergangenen sechs Jahren auf 1658 Tonnen um fast 60 Prozent gestiegen. Der Zuwachs lag jedoch deutlich unter den Erwartungen des Marktes.

Chinas Zentralbank hat seine Goldreserven in Hinblick auf die Sitzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Oktober enthüllt. Peking hofft, dass der Yuan zu einer offiziellen Reservewährung aufsteigt.

Investorenlegende Martin Armstrong zufolge ist Gold in einen Panik-Zyklus geraten. Er rechnet damit, dass das Edelmetall schon bald unter die 1000-Dollar-Schwelle fallen wird.
Fachleute nennen vor allem den immer stärkeren Dollar als Grund. Die US-Währung steht bei Anlegern hoch im Kurs, weil die amerikanische Notenbank auf eine erste Zinsanhebung nach der Finanz- und Wirtschaftskrise zusteuert.

Mit steigenden Zinsen fällt ein großer Nachteil der Goldanlage schwerer ins Gewicht. Denn Gold wirft – im Gegensatz zu vielen anderen Anlagen – keine Zinsen ab. Die einstige Krisenwährung Gold ist in der Krise.

Analyse: Der Fall des Goldpreises hängt mit dem starken Dollar zusammen

Um mehr zu erfahren, sprechen wir mit Nour al deen al Hammoury, Chefmarktstratege bei ADS securities, in Abu Dhabi.

Daleen Hassan, euronews:
“Nour, der Goldpreis ist in der vergangenen Woche stark gefallen. Was halten Sie davon und wie wird es weitergehen?”

Nour al deen al Hammoury:
“Der jüngste Preisverfall hängt mit der Enthüllung von Chinas Goldbeständen zusammen, die geringer sind als erwartet. Wenn man die Zahlen genauer analysiert, stellt man fest, dass der Goldpreis während der Wirtschaftskrise stetig gestiegen ist. Er erreichte 2011 einen Rekord mit einem Wert von 1920 US-Dollar pro Feinunze.
Seitdem ist der Goldpreis gefallen. Wir Analysten sehen uns immer die Einbrüche an.
Mittlerweile ist der Goldpreis im Verhältnis zu seinem Anstieg um 50 Prozent, um die Hälfte gefallen. Der Preis des Edelmetalles liegt bei 1087 US-Dollar pro Feinunze.
Hier können Sie sehen, dass Gold nicht unter den kritischen Wert gefallen ist.
Es war in der Tat ein starker Preisabsturz aber am Anfang dieser Woche ist der Preis wieder gestiegen. Die Aussicht ist also positiv.
Wenn der Goldpreis aber unter eine sogenannte kritische Unterstützungslinie fällt, dann könnte der Preis bis auf 890 US-Dollar pro Feinunze fallen. Das wäre dann ein Verlust von 61,8 Prozent im Verhältnis zu seinem gesamten Anstieg innerhalb von zwölf Jahren. Aus diesem Grund verkaufen viele Anleger ihre Goldfonds.”

euronews:
“Der Goldpreis ist auf dem tiefsten Stand seit fünf Jahren, warum?”

Nour al deen al Hammoury:
“Das ist nicht überraschend anfgesichts des Anstiegs des US-Dollars und der Erträge der Aktien und Anleihen. Die Anleger können da bessere Gewinne als mit Goldanlagen machen. Deswegen entscheiden sich Anleger dazu trotz des höheren Risikos eher in Aktien als in Gold zu investieren.”

euronews:
“Es ist bekannt, dass bei einer Wirtschaftskrise viele Anleger auf Gold setzen. Das Edelmetall gilt als sicherer Hafen. Ist das immer noch der Fall? Und wie ist die Situation im Nahen Osten?”

Nour al deen al Hammoury:
“Eines darf man nicht vergessen: Der Wert von Gold ist immer noch der gleiche. Der Absturz des Goldpreises hängt mit dem starken US-Dollar zusammen. Der US-Dollar beeinflusst die meisten Rohstoffpreise nicht nur den Goldpreis.
Anleger halten immer Ausschau nach Möglichkeiten zu kaufen, wenn die Preise niedrig sind. Das ist es, was in der vergangenen Woche im Nahen Osten passiert ist. Die Nachfrage nach Gold stieg in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das war nicht überraschend, denn als der Goldpreis zuletzt fiel, passierte das Gleiche. Hinzukommt dass der Goldpreisabsturz dieses Mal mit den Ende des Ramadan zusammenfiel. Es bot sich also die Möglichkeit Geschenke aus Gold zu einem niedrigeren Preis zu kaufen.”

euronews:
“Noch eine Frage, Nour: Die Preise der Edelmetalle stehen sehr unter Druck. Was können Sie Anlegern angesichts der jetzigen Situation raten?”

Nour al deen al Hammoury:
“Wir empfehlen unseren Kunden immer vielseitige Investements zu haben und sich nicht auf einen Markt oder eine Anlage zu konzentrieren. Sie können in Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffe investieren. Dadurch gehen sie weniger Risiko ein, insbesondere wenn es auf den Märkten auf und ab geht, wie es zuletzt der Fall war. Der Goldrpreis ist abgestürzt während der US-Dollar gegenüber den anderen Währungen gestiegen ist.”